Ärger über Mediendeal: Thurgauer Groll gegen Tamedia
Aktualisiert

Ärger über MediendealThurgauer Groll gegen Tamedia

Letzter politischer Nachhall der Zusammenlegung von «Thurgauer Zeitung (TZ)» und «Tagblatt»: Der Grosse Rat machte am Mittwoch seinem Ärger über das Verhalten der Tamedia und seinen Befürchtungen gegenüber dem «Tagblatt» Luft.

SVP-Kantonsrat Andrea Vonlanthen hatte in einer Interpellation Auskunft über die Konsequenzen des Zeitungsdeals zwischen Tamedia- und NZZ-Gruppe verlangt. Die Zürcher Mediengruppe Tamedia hatte im Frühling 2010 überraschend die TZ der NZZ-Gruppe abgetreten.

Am Mittwoch wurde noch einmal kritisiert, dass die Tamedia ihre eigenen, fünf Jahre zuvor gemachten Zusagen brach. Damals hatte sie die TZ übernommen und versprochen, die Zeitung zu erhalten. Durch den Tausch der TZ gegen Zürcher Landzeitungen wechselte die TZ aber nun nach St. Gallen.

Meinungsmonopol erwartet

Dadurch werden die TZ und das Thurgauer Kopfblatt des «Tagblatts» auf Anfang 2011 zu einer Zeitung zusammengelegt. Mehrheitlich beklagten die Rednerinnen und Redner am Mittwoch diesen Prozess. Sie befürchten dadurch ein Meinungsmonopol.

In ihren Voten wurde deutlich, dass sie den Zusagen der «Tagblatt»-Verantwortlichen nicht trauen. Das Versprechen, eine starke Thurgauer Zeitung zu schaffen, sei wenig glaubhaft, wenn der gesamte Kanton auf wenigen Seiten abgehandelt werde.

Mehrere Kantonsrätinnen und -räte wiesen aber auch darauf hin, dass die Thurgauer Entwicklung in der Schweiz nicht einzigartig ist. In anderen Regionen habe diese Entwicklung bereits früher stattgefunden.

SP-Kantonsrat Peter Gubser mochte in die Trauer nicht vollständig einstimmen: Er könne sich noch an die Zeit erinnern, als ausgerechnet Andrea Vonlanthen als Chefredaktor der «Schweiz. Bodensee-Zeitung» Leserbriefe zensierte. (sda)

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