Aktualisiert 13.06.2016 15:46

Exklusive KosmetikThurgauer Stutenmilch macht Frauen schön

Was einst Kleopatra und Kaiserin Sissi als Schönheitspflege für sich entdeckt hatten, lässt ein Ostschweizer Unternehmer neu aufblühen: Kosmetik aus Stutenmilch.

von
afa
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Das Schönheitsbad ist eines der beliebtesten Produkte im Sortiment. Bereits die Pharaonin Kleopatra nahm Bäder in Esels- oder Stutenmilch. Im Online-Shop ist es für 49 Franken zu haben. Die Produkte sind auch in Drogerien und Apotheken erhältlich.

Das Schönheitsbad ist eines der beliebtesten Produkte im Sortiment. Bereits die Pharaonin Kleopatra nahm Bäder in Esels- oder Stutenmilch. Im Online-Shop ist es für 49 Franken zu haben. Die Produkte sind auch in Drogerien und Apotheken erhältlich.

www.karoka-wellness.ch
Eine verwöhnende Maske ist im Shop für 27.50 Franken erhältlich. Eine Tube enthält 75 Milliliter.

Eine verwöhnende Maske ist im Shop für 27.50 Franken erhältlich. Eine Tube enthält 75 Milliliter.

www.karoka-wellness.ch
Die Stute Ribrany mit ihrem Fohlen Tschabba auf der Weide in Braunau TG. Aus der Milch von Stuten werden Kosmetikprodukte hergestellt.

Die Stute Ribrany mit ihrem Fohlen Tschabba auf der Weide in Braunau TG. Aus der Milch von Stuten werden Kosmetikprodukte hergestellt.

zVg

«Meine Frau ist eine richtige Pferdenärrin», sagt Roman Kalberer. «Sie hat schon immer mit der Idee gespielt, Kosmetik aus Stutenmilch herzustellen.» Angefangen habe das Ganze, als der 44-jährige Interimsmanager seinen Kunden zu Weihnachten ein besonderes Geschenk machte: «Ich schenkte ihnen eine selbstgemachte Crème mit der Hauptzutat Stutenmilch.» Das Geschenk sei sehr gut angekommen und habe auch an einer Beauty-Messe in Zürich grossen Anklang gefunden, wie die «Ostschweiz am Sonntag» schreibt. Das habe ihn überzeugt, das Unternehmen Karoka Wellness zu gründen, um das Ganze professionell zu betreiben.

Bei seinen Produkten legt der 44-Jährige viel Wert auf Qualität und tiergerechte Haltung. Deshalb hat er das Label «Fair Horse» gegründet, das den Milch-Produzenten strenge Richtlinien vorgibt. «Obwohl Stuten pro Tag bis zu 20 Liter Milch geben, nehmen wir nur eineinhalb Liter», sagt Kalberer. Ausserdem würden sie eine Stute erst dann melken, wenn ihr Fohlen schon drei Monate alt ist, denn: «In dem Alter fressen die Jungtiere bereits grösstenteils Gras und Heu.» Die Stuten würden über etwa sechs Monate einmal täglich mit Ziegenmelk-Maschinen gemolken, da sie sich hervorragend dafür eignen würden.

Die Produkte haben einen neutralen Geruch

Stutenmilch und menschliche Muttermilch würden sich sehr ähneln. So weisen beide viele Vitamine, Mineralstoffe, ungesättigte Fettsäuren und Proteine auf. «Die Eiweisse in der Stutenmilch entlasten den Stoffwechsel der Haut und sorgen dafür, dass diese mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann», erklärt Kalberer.

Die gewonnene Stutenmilch werde zu einem Pulver gefriergetrocknet. Das Pulver sei ungefähr zwei Jahre lang haltbar. «Ein Liter Milch gibt in der Regel etwa 100 Gramm Pulver», so Kalberer. Dieses werde dann mit Gelée Royale und Propolis, das von Bienen produziert wird, sowie mit Seerosensaft zu einer Crème angereichert. Die Produkte würden sehr neutral riechen und hätten keinen Milchgeruch.

«Bisher konnten wir alle Fohlen in einem schönen neuen Zuhause platzieren», sagt Kalberer, dessen Firma in Braunau TG ansässig ist. Ihm sei sehr wichtig, dass keine Fohlen in der Metzgerei landen: «Wir möchten nicht industriell werden, sondern den Tieren ein schönes Leben bieten.» Deshalb werde man auch ein kleiner Betrieb bleiben.

Auch bei Neurodermitis geeignet

Besonders gut verkaufe sich das Schönheitsbad, das in gläsernen Pferdefläschchen abgefüllt ist. Bereits die Pharaonin Kleopatra habe regelmässig in Stuten- oder Eselsmilch gebadet, um ihre Schönheit zu pflegen. Doch auch für empfindliche, trockene und schuppige Haut eigne sich die Stutenmilch-Kosmetik: «Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Menschen mit Neurodermitis die Produkte sehr gut vertragen.»

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