Aktualisiert 24.06.2011 15:55

AusverkauftTicket-Farce ärgert Musik-Fans

Kaum kündigen sich Top-Stars wie Rammstein oder die Chilli Peppers an, sind die Tickets selbst für Frühaufsteher unter den Fans vergriffen. Es sei denn, sie zahlen im Netz Wucherpreise.

von
phi

«Es ist zum Weinen», ärgert sich Leser Patrick, der versucht hat, ein Billet für das Rammstein-Konzert am 12. Dezember in Zürich zu ergattern. Der Grund: «Schon wieder alle Tickets weg vom Markt. Das ist doch nicht normal.»

Fans sind wütend

Auch Alexander ist «bitter enttäuscht»: «Ich wollte mein Ticket bei der Ausgabestelle im Bahnhof Solothurn kaufen. Vor mir waren aber schon acht andere Käufer. Genau um acht Uhr startete der Vorverkauf. Dann die Enttäuschung. Innert circa zwei Minuten spuckte das System vier Tickets aus und Feierabend.» Und Michel schrieb uns: «Jedes Mal das Gleiche: Kommt ein Top Act nach Zürich und der Vorverkauf startet, hat es wenige Minuten später keine Tickets mehr.»

Der Punkt ist aber nicht, dass diese drei Herren einfach nur zu «langsam» waren, um an ein Rammstein–Billet zu kommen, sondern dass das Trio nur kurz nach dem Fehlschlag auf den üblichen Handelsplattformen fündig wurde. Nur kosteten die Eintrittskarten deutlich mehr als 85 Franken. «Wenig später werden bei `Ricardo.ch? ein bis sechs Tickets angeboten. Preis ab 245 Franken. Das nervt mich gewaltig», macht Michel seinem Ärger Luft.

Auch im Ausverkauf: Red Hot Chilli Peppers

Alexander bestätigt: «Ein normales Steh-Ticket kostet 85 Franken. Besonders fällt mir der User ICPUI aus Zofingen auf. Der verkauft in seinem Ricardo-Profil über 20 Stehplatz-Tickets!! Preise zwischen 245 und 299 Franken!! Wie zum Teufel in aller Welt ist der an so viele Tickets gekommen?»

Ähnlich sieht es beim ausverkauften Auftritt der Red Hot Chilli Peppers aus. Für Steh- (85 Franken) und Sitzplätze (95 Franken) müssen nun mindestens 175 Franken bezahlt werden. Und auch bei vergangenen Konzerten von Stars wie U2 oder Justin Bieber schauten Fans beim Ticketverkauf in die Röhre, während sich andere bei «eBay» und Co. ein goldenes Näschen verdienten.

Was sagt der Veranstalter?

«Wir wissen davon, dass unsere Billets zu überhöhten Preisen in den Wiederverkauf geraten», sagt Marc Reinhardt vom Konzertveranstalter «Good News». «Das ist nichts Illegales. Wir sehen das nicht gern, können aber leider nichts dagegen machen, ausser den Fans sagen: Kauft diese Tickets zu überhöhten Preisen nicht!»

Bei einer so grossen Nachfrage kämen bedauerlicherweise nur die Schnellsten zum Zuge, erklärt der Sprecher. «Oder die, die Glück haben. Alle 12 000 Tickets sind in den Verkauf gegangen. Unseren Verkauf übernimmt Ticketcorner über Internet, Callcenter oder die 1450 Vorverkaufsstellen. Wenn an jeder dieser Vorverkaufsstellen um acht Uhr allein vom ersten Fan vier Billets gekauft werden, sind schon mal 5800 weg.»

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