Aktualisiert 05.01.2011 18:11

Finanzielles Fiasko

Ticketagentur vor dem Aus – wegen Prince

Neues Kapitel in der Posse um das zweimal abgesagte Prince-Konzert: Der Billethändler Resaplus geht daran zugrunde und stellt die Geschäfte zumindest vorübergehend ein.

von
fum
Sein vermeintliches Konzert hat der Ticketagentur Resaplus das Genick gebrochen: Multitalent Prince in Aktion.

Sein vermeintliches Konzert hat der Ticketagentur Resaplus das Genick gebrochen: Multitalent Prince in Aktion.

Wer die Homepage des Westschweizer Ticketanbieters Resaplus aufrufen will, wird enttäuscht. Zu lesen ist einzig: «Entschuldigen Sie bitte den Service-Unterbruch. Wir danken für Ihre Geduld und wünschen Ihnen ein schönes Jahr 2011.» Grund: Resaplus muss zumindest vorläufig den Betrieb einstellen, wie die Genfer Wochenzeitung «GHI» in seiner aktuellen Ausgabe meldet.

Hintergrund des finanziellen Engpasses ist die Posse rund um das im vergangenen Juli zweimal verschobene Prince-Konzert. Resaplus hatte dafür rund 5000 Tickets abgesetzt - stattgefunden hat es nie. Zurück blieben nur enttäuschte Kunden, die seither auf eine Rückerstattung des Ticketpreises pochen.

Dazu war Resaplus bis anhin allerdings nicht in der Lage, weil sich der Konzertveranstalter, Daniel Quarcoopome, weigerte, den Vorschuss von rund 700 000 Franken zurückzugeben. Quarcoopome tauchte zwischenzeitlich gar unter, erst Mitte Oktober konnte ihn die Genfer Polizei in einem Genfer Luxushotel verhaften.

Softwarevertrag nicht erneuert

Der Anwalt von Resaplus, Bertrand Reich, will auf Anfrage noch nicht von einem Konkurs sprechen: «Die Gesellschaft wird weitermachen. Derzeit kann sie aber nicht funktionieren, weil sie auf eine Software angewiesen ist, deren Rechte dem Ticket-Corner gehören.» Der Vertrag sei auf das neue Jahr nicht erneuert worden. Ob die mehreren Hunderttausend Franken, die der Billethändler beim Prince-Fiasko in den Sand gesetzt hat, das Unternehmen nachhaltig saniert hätte, bleibt unklar.

Gemäss Angaben von Olivier Grandjean, dem Direktor von Resaplus, will seine Ticketagentur wenigstens eine «juristische Struktur» Aufrecht erhalten, um den Kampf seiner Kunden gegen für die finanzielle Entschädigung weiterführen zu können: «Herr Quarcoopome und seine Gefolgsleute werden für ihre Machenschaften und deren Kollateralschäden zur Rechenschaft gezogen werden, ich bleibe zuversichtlich.»

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.