06.07.2016 17:13

Leere RängeTickethändler vermiesen Rihanna das Konzert

Die Auftritte von Rihanna und Beyoncé in London sind ausverkauft. Wegen dubioser Tickethändler bleiben trotzdem viele Plätze leer. Droht in der Schweiz das gleiche Szenario?

von
scy
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Rihannas Konzert in London am vergangenen Samstag war eigentlich ausverkauft. Genauso wie das von ...

Rihannas Konzert in London am vergangenen Samstag war eigentlich ausverkauft. Genauso wie das von ...

epa/Steve c Mitchell
... Beyoncé einen Tag später. Doch: Viele Sitze blieben leer.

... Beyoncé einen Tag später. Doch: Viele Sitze blieben leer.

AP/Daniela Vesco
Davon zeugen diverse Bilder, die auf Twitter gepostet wurden.

Davon zeugen diverse Bilder, die auf Twitter gepostet wurden.

Twitter

Das legendäre Wembley-Stadion in London bietet Platz für rund 90'000 Zuschauer. Am vergangenen Sonntag trat Beyoncé Knowles dort auf. Zuvor hatten die Veranstalter vermeldet, dass das Konzert ausverkauft sei. Dennoch blieben viele der roten Sitze leer, wie diverse Bilder auf Twitter beweisen.

Einen Tag zuvor in der gleichen Arena: andere Künstlerin, dasselbe Bild. Auch Rihanna performte vor halb vollen Rängen. Obwohl es auch für diese Show offiziell keine Billette mehr gegeben hatte.

Die Fans haben das Nachsehen

Das alles ist natürlich kein Zufall. Mit grösster Wahrscheinlichkeit stecken unseriöse Tickethändler hinter der Aktion, wie die Zeitung «Independent» berichtet.

Sie erwerben die Karten legal bei offiziellen Vorverkaufsstellen, um sie dann auf Online-Auktionsportalen weiterzuverscherbeln – selbstredend zu völlig überhöhten Preisen. Doch die Tickets bleiben dann liegen, die Sitze leer. Niemand mag so viel auf den Tisch legen.

Die Veranstalter können dagegen kaum etwas tun. Adam Tudhope, Tour-Manager von Mumford & Sons, sagt der Zeitung: «Wir tun alles, um den Fans die Tickets so erschwinglich wie möglich zu machen.»

Grünes Licht für Beyoncé und Rihanna

Beyoncé und Rihanna kommen bald auch in die Schweiz. Beide gastieren im Zürcher Letzigrund-Stadion. Erstere schon am 14. Juli, Rihanna dann Mitte August. Wiederholt sich das Geschehen hier etwa?

Wohl kaum. Erstens sind für die zwei Konzerte nach wie vor Tickets erhältlich – wer die Sängerinnen live sehen möchte, kann sich seine Karten deshalb auf legalem Weg besorgen.

Graumarkt für die Regierung kein dringliches Problem

Und auch wenn: Die Ticketzahl pro Käufer ist begrenzt, wie Stefan Epli, Mediensprecher von Ticketcorner, 20 Minuten erklärt. «Der Veranstalter gibt vor, wie viele es beim jeweiligen Konzert sind.» Gerade mal zwei pro Person seien es bei Adele Mitte Mai im Hallenstadion gewesen. «So ist es gar nicht möglich, ganze Sektoren aufzukaufen», sagt Epli.

Grundsätzlich sind den Organisatoren in Bezug auf den Handel im Internet aber die Hände gebunden. Im Juni 2015 schrieb der Bundesrat in einer Stellungnahme: «Jede und jeder kann für sich selbst ermessen, was ihr oder ihm der Besuch einer Veranstaltung wert ist und ob sie oder er hierfür auch einen allfällig überhöhten Ticketpreis bezahlen will.» Tickethändler haben in der Schweiz somit weiterhin ein (zu) leichtes Spiel.

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