17.11.2020 18:17

Ex-CS-BossTidjane Thiam arbeitet jetzt für Ruanda

Neun Monate nach seinem Abgang bei der CS hat Tidjane Thiam eine weitere neue Berufung gefunden: Er soll das afrikanische Land Ruanda für Investoren attraktiv machen. Es ist nicht sein erster Job seit der CS.

von
Fabian Pöschl
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Ex-CS-CEO Tidjane Thiam soll  dem Land Ruanda helfen, einen Finanzplatz zu entwickeln.

Ex-CS-CEO Tidjane Thiam soll dem Land Ruanda helfen, einen Finanzplatz zu entwickeln.

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Der ruandische Premierminister Edouard Ngirente unterzeichnete die Ernennung Thiams von Staatschef Paul Kagame.

Der ruandische Premierminister Edouard Ngirente unterzeichnete die Ernennung Thiams von Staatschef Paul Kagame.

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Der Ex-CS-Boss wird Präsident des Verwaltungsrats der Firma Rwanda Finance.

Der Ex-CS-Boss wird Präsident des Verwaltungsrats der Firma Rwanda Finance.

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Darum gehts

  • Tidjane Thiam hat einen neuen Job.

  • Der Ex-Chef der CS soll Investoren in das Land Ruanda locken.

  • Es ist nicht der erste Job seit seinem Abgang bei der Schweizer Grossbank.

Tidjane Thiam hat eine neue Berufung gefunden. Neun Monate nach seinem Abgang vom Chefsessel der Schweizer Grossbank Credit Suisse (CS) soll Thiam dem Land Ruanda helfen, einen Finanzplatz zu entwickeln. Das berichtet Finews.ch unter Bezug auf die afrikanische Wochenzeitung «Jeune Africa».

Vergangenen Mittwoch hatte der ruandische Premierminister Edouard Ngirente die Ernennung Thiams von Staatschef Paul Kagame unterzeichnet. Der Ex-CS-Boss wird Präsident des Verwaltungsrats der Firma Rwanda Finance.

Das Unternehmen ist für die Entwicklung und Förderung der Initiative «Kigali International Financial Centre» zuständig. Die Initiative soll das Land attraktiv für Investoren machen und die einheimische Industrie sanieren.

Es ist nicht Thiams erster Job, nachdem er im vergangenen Februar als CEO der CS zurückgetreten ist (siehe Box). Nach einer Pause nahm er Einsitz im Verwaltungsrat des französischen Modekonzerns Kering (zu dem unter anderem die Marken Gucci, Saint Laurent, Balenciaga, Alexander McQueen und Brioni gehören). Ausserdem ist Thiam seit April Sondergesandter der Afrikanischen Union im Kampf gegen das Coronavirus.

Beschattungsaffäre

«Hatte keinerlei Kenntnisse»

Als Chef der CS trat Tidjane Thiam per 14. Februar 2020 zurück. Der CS-Verwaltungsrat hatte den Rücktritt einstimmig angenommen. Vorangegangen war die Spionageaffäre. Unter anderem liess die Bank den Starbanker Iqbal Khan überwachen. In einer Mitteilung der CS betonte Thiam erneut, dass er nichts von den Beschattungen von Topmanagern gewusst habe. «Ich hatte keinerlei Kenntnisse von der Beschattung zweier ehemaliger Kollegen.» Aber: Zweifellos habe dies der Credit Suisse geschadet und zu Verunsicherung und Leid geführt. «Ich bedauere das Vorgefallene, und es hätte nie passieren dürfen.»

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