Tief durchatmen - ganz ohne Lunge
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Tief durchatmen - ganz ohne Lunge

Der «Barbourfrosch» lebt auf Borneo und wurde - nach 30 Jahren - wiederentdeckt. Das besondere an ihm: Er deckt seinen Sauerstoffbedarf allein über seine Haut.

Die Froschart wurde laut wissenschaft.de bereits vor 30 Jahren beschrieben. Damals konnten Forscher aber nur ein Exemplar des seltenen Tieres fangen - weshalb wir auch mit einem Symbolbild vorlieb nehmen müssen. Damals wurde nichts über das ungewöhnliche Atmungssystem berichtet.

«Barbourula kalimantanensis» kommt nur in einem kleinen Gebiet in Kalimantan vor, dem indonesischen Teil Borneos. Dort lebt der Frosch in kalten, schnell strömenden Gewässern. Die Anpassung an diesen Lebensraum könnte das Verschwinden der Lungen erklären. Denn diese könnten in schnell strömenden Gewässern von Nachteil sein, da sie Tieren einen unerwünschten Auftrieb verschafften und damit die Gefahr erhöhten, von der Strömung mitgerissen zu werden.

Bedroht durch den Menschen

Im Verhältnis zu seiner Körpergrösse weist der «Borneo-Barbourfrosch» eine besonders grosse Hautoberfläche auf. Das erreicht er durch seinen extrem flachen Körperbau. Die gefangenen Tiere waren durchschnittlich etwa vier Zentimeter gross, bei einem Gewicht von rund sieben Gramm. Die Frösche verstecken sich gerne unter Steinen, weshalb sie so schwer zu finden sind. Ihr Lebensraum wird durch den Menschen bedroht: Illegaler Goldabbau im westlichen Kalimantan richtet grosse Umweltzerstörung an. Die ursprünglich klaren, kalten Bäche verwandeln sich in trübe, erwärmte Gewässer. Um das Überleben des Borneo-Barbourfrosch zu sichern, seien Naturschutzmassnahmen dringend nötig.

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