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KonjunkturTiefe Rezession

Der UBS-Konjunkturindikator ist im zweiten Quartal 2009 auf einen historischen Tiefstwert gefallen. Auftragseingänge, Umsätze, Gewinn und Produktion sind erneut gefallen, und der Personalabbau hat sich sogar beschleunigt. Die Aussichten für das dritte Quartal sind düster.

Der von der UBS vierteljährlich erhobene Konjunkturindikator ist im zweiten Quartal 2009 auf das Rekordtief von minus 2,6 gesunken, wie die Grossbank am Dienstag mitteilte. Die über 750 befragten Industrie- und Dienstleistungsunternehmen rechnen nicht mit einer Verbesserung im dritten Quartal. Für das ganze Jahr 2009 erwartet die UBS weiterhin einen Rückgang des realen Bruttoinlandprodukts um 2,8 Prozent.

Bei den Industrieunternehmen ist die Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie besonders hart von der Krise betroffen. Hier fiel der Umsatzeinbruch noch ausgeprägter aus als im Vorquartal. Die Unternehmen haben ihre Produktion noch stärker zurückgefahren, und die Gewinnsituation sieht noch prekärer aus.

Trotz Personalabbaus und Produktionsdrosselung sind die Arbeitsvorräte weiter geschrumpft. Die Uhrenindustrie hat den Angaben zufolge wegen der massiven Einbrüche von Auftragseingängen, Umsätzen, Gewinnen und Produktion wie keine andere Branche Arbeitsplätze abgebaut. Und im dritten Quartal soll der Personalabbau sogar noch schmerzhafter ausfallen, obwohl die Veränderungen der Auftragseingänge, Umsätze und Gewinne weniger drastisch ausfallen werden als im Vorjahr. Im Vergleich der erfassten Branchen schnitten dagegen vor allem die Nahrungsmittelhersteller und das Baugewerbe gut ab.

Grossverteiler spüren Rezession

Im Dienstleistungssektor ist die Situation ebenfalls schwieriger geworden. Auch diese Firmen berichteten in der Umfrage zwischen Mitte Mai und Anfang Juni von weiter sinkenden Umsatzzahlen und schrumpfenden Gewinnen im zweiten Quartal. Zudem zeichnen sich auch eine Reduktion der Preise und Honorare sowie in einigen Branchen ein Personalabbau ab.

Auch die Grossverteiler spüren zunehmend die Rezession. Die Umsätze mit Textilwaren und anderen Non-Food-Artikeln schrumpften im zweiten Quartal, während der Nahrungs- und Genussmittelbereich noch marginal besser lief. In sämtlichen Produktsegmenten standen die Preise unter Druck. Umsatz- und Gewinneinbussen, sinkende Preise und Personalabbau beschäftigten zudem die Grosshandels- und Logistikfirmen.

(dapd)

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