Aktualisiert

Tiefere Bussen für Tierquäler

Die bei Tierquälereien ausgesprochenen Bussen sind 2005 gegenüber dem Vorjahr um ganze 13 Prozent zurückgegangen. Jetzt fordern Tierschützer massiv härtere Strafen.

«Dieser Rückgang der Bussen ist ein Skandal», wettert Gieri Bolliger von der Stiftung für das Tier im Recht. In den letzten zwei Jahren seien die Bussen wegen Tierquälerei im Durchschnitt um 100 Franken oder 15,5% auf 487 Franken drastisch zurückgegangen. Gegenüber dem Vorjahr betrage der Rückgang 13%.

Bolliger nennt einen Fall, bei dem ein Hund während Jahren falsch ernährt wurde. Schliesslich faulte ihm der Oberkiefer ab, und in seinem Bauch wurde ein Kabel gefunden. «Das Tier hatte über Jahre unsäglich gelitten – doch die Besitzerin wurde mit nur 500 Franken Busse bestraft», so Bolliger weiter.

Bei den Tierschutzstrafverfahren stellte die Stiftung gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg um 14% auf 518 Fälle fest. Dies liegt aber noch unter der Zahl von 530 im Jahr 2003.

«Damit wird der gesetzlich vorgesehene Strafrahmen nicht ansatzweise ausgeschöpft», kritisiert die Stiftung weiter, die eine massive Verschärfung der Strafpraxis fordert. Generell sollten keine Bussen unter 1000 Franken sowie mehr unbedingte Freiheitsstrafen ausgesprochen werden. Denn bisher hätten die ausgesprochenen Strafen die Täter nicht abgeschreckt.

Cornelia Stauffer

Deine Meinung