Aktualisiert 25.09.2005 21:48

Tiefes Lohnniveau erregt die Gemüter

Der Kanton St. Gallen ist eine Tieflohnregion der Schweiz. Verglichen mit dem Grossraum Zürich gibts hier monatlich im Schnitt 800 Franken weniger Lohn.

Bei den Bestverdienenden sind es gar 1500 Franken. Das hat Folgen: Gemäss dem Amt für Statistik pendeln mittlerweile fast die Hälfte der Erwerbstätigen, die ausserhalb des Kantons St. Gallen arbeiten, in den Kanton Zürich.

Wie unsere Umfrage zeigt, ist die Mehrheit der Befragten mit ihrem Lohn zufrieden. Pendeln scheint attraktiv zu sein, trotzdem erregen die Unterschiede die Gemüter.

Sind Sie zufrieden mit ihrem Lohn?

Rui Pereira, 21, Monteur

Nicht wirklich, in Zürich würde ich besser verdienen. Pendeln so wie viele meiner Freunde würde ich darum ganz gern. In Zürich zu wohnen lohnt sich aber nicht. Dort geht das Geld auch schneller weg.

Daniel Geiring, 39, Schlosser

Viele meiner Kollegen arbeiten in Zürich, weil sie dort bis zu 2000 Franken mehr verdienen. Ich finde es eine Frechheit, dass wir hier weniger verdienen. Über meinen Lohn kann ich mich aber nicht beklagen.

Nina Stadelmann, 16, Buchbinderin

Ich arbeite in Zürich und verdiene rund 200 Franken mehr als meine Kollegen hier. Das freut mich zwar, das Geld reicht aber nicht, um die höheren Kosten für Kino, Kleider oder Essen in Zürich zu decken.

Rahel Mezger, 18, Schülerin/Service

Nein, ich verdiene zu wenig. Dass unser Lohnniveau so tief ist, gibt mir zu denken. Da muss man sich wirklich überlegen, woanders hinzuziehen. Am liebsten würde ich in Luzern arbeiten. Dort gefällt es mir.

Cornelia Bitteli, 27, Krankenpflegerin

Ich bin zufrieden mit meinem Lohn. Wenn es zu wenig wäre, würde ich den Job auch nicht machen. Wichtiger als der Lohn ist für mich aber sowieso, dass ich mich in der Stadt, in der ich arbeite, wohl fühle.

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