Juso-Kampagne: «Tiefpunkt der Geschmacklosigkeit»
Aktualisiert

Juso-Kampagne«Tiefpunkt der Geschmacklosigkeit»

Die Juso ziehen in Sachen provokative Politwerbung an der SVP vorbei: Doris Leuthard wird wegen des Wirbels um Kriegsmaterialexporte als Schlächterin dargestellt.

von
Nico Menzato

Die aktuelle Verordnung verbietet den Waffenverkauf unter anderem an Staaten, die «in einen bewaffneten Konflikt verwickelt sind», oder an Staaten, die «die Menschenrechte systematisch und schwerwiegend verletzen». Die Linke kritisiert, dass dennoch Waffen in Länder wie die USA, Indien oder Pakistan verkauft werden – und fordert in einer Initiative ein komplettes Exportverbot von Kriegsmaterial. «Die heutige Gesetzgebung, die Leuthard vertritt, ist verantwortlich für tausende Tote im Ausland», begründet Juso-Chef Cédric Wermuth die Plakate, die an Ständern der Juso aufgehängt werden. Der Bundes­rat schere sich nicht darum, was mit den Waffen im Ausland geschehe.

Die eigene Bundesrätin mit blutverschmierten Händen – für die CVP ist dies nur «primitiv». Sprecherin Marianne Binder: «Das Bild ist an Niveaulosigkeit kaum zu überbieten.» Für politische Propaganda sei den Jungsozialisten wie auch den Rechten jedes Mittel recht. «Es ist schade, dass die Juso alles auf Personen reduzieren, statt Argumente zu liefern», ergänzt Leuthards Infochef Christophe Hans. Auch PR-Berater Manfred Messmer traut seinen Augen nicht: «Die Juso haben den absoluten Tiefpunkt der Geschmacklosigkeit in der Politwerbung erreicht.» Nicht allein die Verunglimpfung einer Bundesrätin markiere diesen Tiefpunkt, sondern auch das Design. Messmer: «Ich kann der Juso nur raten: Engagiert – wenn schon – den Grafiker der SVP!»

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