Anglerfisch: Tiefseeteufel erstmals auf Video gebannt

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AnglerfischTiefseeteufel erstmals auf Video gebannt

Es gibt kaum ein furchteinflössenderes Tier als den Anglerfisch, der in den Tiefen des Meeres auf Beutefang geht. Forscher konnten den seltenen Fisch nun zum ersten Mal filmen.

von
jcg

Tiefsee-Anglerfische gibt es in allen Meeren, dennoch kriegt man sie kaum je zu Gesicht, denn die schaurig anzusehenden Kreaturen leben in Tiefen ab 300 Meter. Dort ist das Nahrungsangebot für die Fleischfresser dünn und so ist auch ihr Bestand eher klein. Ein Exemplar in seinem natürlichen Lebensraum vor die Kamera zu kriegen, ist entsprechend schwierig. So existierten bislang keine Bewegtbilder des Anglerfisches.

Bis jetzt. Denn diesen Monat ist es Forschern des Monterey Bay Aquarium Research Institute (MBARI) gelungen, einen rund neun Zentimeter langen Schwarzangler (Melanocetus), auch Tiefseeteufel genannt, zu filmen. Die Aufnahmen entstanden mit dem unbemannten U-Boot Don Ricketts im Monterey Canyon vor der Küste Kaliforniens.

«Es ist das erste Mal, dass wir diesen Fisch in seiner natürlichen Umgebung auf Video bannen konnten», erklärte Bruce Robison, leitender Wissenschaftler am MBARI. Er entdeckte den Fisch am 17. November in rund 600 Metern Tiefe. «Der schimmernde Punkt am Ende der Angelrute am Kopf des Fisches ist ein leuchtender Köder. Der Anglerfisch nutzt das Licht, um Beute anzulocken in seinem tiefen, dunklen Lebensraum», so Robison weiter.

Lebendig gefangen

Der Fisch konnte anschliessend eingefangen werden. Das gibt den Forschern die seltene Gelegenheit, ein lebendes Exemplar zu untersuchen. In der Vergangenheit mussten sie sich meist mit toten Exemplaren begnügen. Die Wissenschaftler hoffen nun, neue Einsichten in das Wesen und die Bedürfnisse des raren Fisches zu gewinnen, um ihn künftig besser schützen zu können.

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