Aktualisiert 06.01.2014 13:33

Kältewelle in den USA

Tiefste Temperaturen seit Jahrzehnten

So kalt war es in den USA seit Jahrzehnten nicht mehr. Für Sonntag rechnen die Meteorologen mit neuen Minusrekorden und gefühlten minus 50 Grad. Bisher starben 13 Menschen wegen des Wetters.

Grosse Teile der USA werden von einer extremen Kältewelle erfasst. In mehreren Bundesstaaten wurden für den Wochenbeginn Tiefstwerte vorausgesagt. Meteorologen warnten vor einigen der kältesten Tage der vergangenen zwei Jahrzehnte.

Bis zum Sonntag kamen laut CNN mindestens 13 Menschen wegen der Kältewelle ums Leben. Elf von ihnen starben in den USA bei Verkehrsunfällen.

Im Staat Wisconsin erlag ein Mann einer Unterkühlung. Im Bundesstaat New York wurde eine an Alzheimer erkrankte ältere Frau 90 Meter von ihrem Haus tot aufgefunden, wie CNN meldete. Obdachlose versuchten in Notunterkünften, sich vor dem möglichen Kältetod zu retten.

20 Bundesstaaten von Kältewelle betroffen

Gemäss den Angaben waren in den USA rund 20 Bundesstaaten von der Kältewelle betroffen. In North Dakota und andere Teile des mittleren Westens hatte der Nationale Wetterdienst für Sonntag Temperaturen von minus 30 Grad vorausgesagt, die gefühlte Temperatur könnte bei starken Windböen sogar auf minus 50 Grad sinken. Bis in den südlichen Bundesstaat Alabama sollte die arktische Kaltfront die Temperaturen unter den Gefrierpunkt drücken.

Weil Flugzeuge auf den vereisten Pisten nicht starten oder landen konnten, sassen weiter Tausende in den USA an Flughäfen fest. Seit Beginn des Schneetreibens am Donnerstag waren laut dem Flugportal FlightAware.com mehr als 7000 Flüge gestrichen worden.

Allerdings unterscheidet die Website nicht zwischen technisch bedingten und durch das Wetter verursachten Ausfällen. An den Schaltern der Airlines bildeten sich lange Warteschlagen.

Sprinkler sorgen für Abkühlung

Während die Menschen im nordamerikanischen Winter froren, stiegen in Teilen Südamerikas die Sommertemperaturen auf Spitzenwerte. Werte von mehr als 40 Grad lösten in Rio de Janeiro die Feuerlöschanlage eines Einkaufszentrums aus.

Im eleganten Stadtteil Leblon im Süden der brasilianischen Metropole wurden die Besucher eines Shopping-Centers deshalb am Freitag unerwartet von den Sprinklern erfrischt, wie das Nachrichtenportal «G1» unter Berufung auf die Geschäftsführung des Centers berichtete.

Die von der Feuchtigkeit abhängige gefühlte Temperatur sei sogar am Freitag und Samstag auf 50 Grad gestiegen, erklärte eine Chefmeteorologin der Wettervorsage der Zeitung «Jornal do Brasil». In den beiden Flughäfen Rios klagten zahlreiche Reisende, weil die Kühlanlagen nicht richtig funktionierten und nur eine knappe Absenkung der Aussentemperatur um wenige Grad erreichten.

Auf der südlichen Erdhälfte hat jetzt die heisseste Jahreszeit begonnen, der Sonnenstand im Januar entspricht dem im Juli auf der Nordhalbkugel. Um Weihnachten hatte bereits eine ungewöhnliche Hitzewelle, begleitet von tagelangen Stromausfällen, die Bewohner der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires geplagt.

Hochwasser in Grossbritannien erwartet

In Grossbritannien stellen sich Teile von Südwestengland und Wales nach heftigen Stürmen auf tagelanges Hochwasser ein. Neue Stürme und Regen seien auf dem Weg, sagte der Wetterdienst am Sonntag voraus.

Da die Erde mit Wasser vollgesogen sei, könne der Regen nicht ablaufen. Hochwasserwarnungen galten weiter vor allem für den Südwesten Englands sowie Teile von Wales und Schottland. Dort steht das Wasser mancherorts seit Tagen auf Strassen und Feldern. (sda)

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