Aktualisiert 03.11.2013 18:11

Tierschützer empört

Tierdrama: Schafe allein auf der Alp zurückgelassen

Ein Bauer soll 23 seiner Schafe einfach auf der Alp zurückgelassen haben – nicht zum ersten Mal.

von
tso
Die Schafe können einen Winter in dieser Höhe nicht überleben. (Bild: tso)

Die Schafe können einen Winter in dieser Höhe nicht überleben. (Bild: tso)

Normalerweise holen die Bauern ihr Vieh bis Mitte September von der Alp. Nicht so Schafbauer Jakob W.* (53) aus Ganterschwil: 23 Schafe soll er auf der Toggenburger Alp Bütz ihrem Schicksal überlassen haben. «Schon letztes Jahr liess W. 30 Schafe zurück. Sie sind qualvoll verendet», so Franz Blöchlinger, Tierschutzbeauftragter des Kantons St. Gallen, gegenüber dem «Blick». Er werde W. anzeigen.

Der Bauer hatte bis gestern Zeit, die Tiere einzufangen. Nun droht ihnen der Abschuss: «Im Notfall ist es besser, die Tiere zu erschiessen als sie im Winter verhungern zu lassen», sagt der zuständige Wildhüter Albert Good. «Hausschafe sind nicht für das Überleben in diesen Höhen gemacht.» Die Tiere befinden sich auf etwa 1300 Metern. Ausserdem seien sie verwildert, denn sie seien ohne Hirt auf der Alp gewesen.

Nicht der einzige Fall

Tierschützerin Edith Zellweger vermutet, dass immer wieder Tiere auf Alpen zurückgelassen werden: «Man lässt die Tiere zurück und gibt dann dem Wolf die Schuld.» W. bestreitet dies: Letztes Jahr sei «nicht ein einziges Schaf auf der Alp geblieben.» Er spricht auch von sechs statt 23 Schafen, die noch oben seien. Die Tierschützer hätten manche Schafe doppelt gezählt und einige habe er bereits eingefangen. «Eigentlich kommen sie von allein zurück wenn sie kein Gras mehr finden.» Heute wolle er versuchen, die übrigen einzufangen.

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