Aktualisiert 10.06.2009 14:39

Kooperatives VerhaltenTiere helfen Tieren

Was braucht es eigentlich, damit sich kooperatives Verhalten entwickeln kann? Dieses Geheimnis ist nun gelüftet. Ausserdem hat sich gezeigt, dass es viel mehr hilfreiche Tiere gibt, als bisher angenommen wurde.

«Positive Erfahrungen mit Fremden freuen uns und erhöhen die eigene Hilfsbereitschaft gegenüber Unbekannten, dagegen verstärken negative Erfahrungen die Abneigung», liessen Forscher des Institutes für Ökologie und Evolution in Bern verlauten.

Dieses Verhalten werde «allgemeine Reziprozität» genannt. Die Forscher entwickelten nun ein spieltheoretisches Modell, in dem in Hochrechnungen Individuen zufällig mit anderen Mitgliedern einer Gesellschaft interagieren. Dabei haben sie die Wahl, ob sie helfen oder nicht. Die Forscher fanden heraus, dass in einem sozialen Umfeld, in dem sich die Individuen in Zukunft wahrscheinlich wieder begegnen, das Weitergeben von Hilfe am häufigsten auftritt.

Der Schlüssel zu diesem Verhalten sei ein stabiles Umfeld. Das Weitergeben von hilfreichen Handlungen an Unbekannte konnte bisher nur beim Menschen und bei Ratten beobachtet werden. Es unterscheide sich stark von direkt und indirekt kooperativem Verhalten, bei welchem die «Hilfe-Empänger» vorher bekannt seien. Sowohl das direkt wie indirekt hilfreiche Verhalten setzten hohe kognitive Fähigkeiten voraus, da in beiden Fällen ein Individuum erst als hilfsbereit identifiziert und gespeichert werden müsse, um dann entsprechend zu handeln.

Bei der «allgemeinen Reziprozität» hingegen brauche ein Individuum bloss die Erfahrung, dass ihm vorher geholfen wurde. Die Forscher vermuten daher, dass dieses Verhalten im Tierreich viel weiter verbreitet ist als bisher angenommen. Es handle sich um ein sehr einfaches, beinahe karmisches Verhalten, wird Forschungsleiter Daniel Rankin zitiert. Dafür brauche es kein hochentwickeltes Gehirn. Im Prinzip könne das jeder Organismus von der einfachen Bakterie bis zum Elefanten. (dapd)

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