23.08.2020 04:55

Schweizer FaunaTiere leiden unter dem Klimawandel

Sie verlieren ihren Lebensraum, verhungern oder schrumpfen: Heimische Tierarten haben mit den Folgen der Klimaerwärmung zu kämpfen.

von
Stephanie Sigrist
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Murmeltiere reagieren empfindlich auf die Wärme und weichen in höhere Regionen der Alpen aus. Die Humusschicht in höheren Lagen reicht irgendwann jedoch nicht mehr aus, und der Boden wird wörtlich zu dünn dafür, genügend tiefe Höhlen für einen sicheren Winterschlaf zu graben.

Murmeltiere reagieren empfindlich auf die Wärme und weichen in höhere Regionen der Alpen aus. Die Humusschicht in höheren Lagen reicht irgendwann jedoch nicht mehr aus, und der Boden wird wörtlich zu dünn dafür, genügend tiefe Höhlen für einen sicheren Winterschlaf zu graben.

Foto: iStock
Da die Dauer der Schneebedeckung in den Bergen weniger lange anhält, müssen sich viele Tiere in immer höher gelegene Gebiete zurückziehen. Alpenschneehühner beispielsweise sind heute rund 120 Meter weiter oben zu finden als noch vor zwanzig Jahren. Das bedeutet, dass ihr Lebensraum kleiner wird, Populationen isoliert werden und mit einem Bestandesrückgang gerechnet werden muss.

Da die Dauer der Schneebedeckung in den Bergen weniger lange anhält, müssen sich viele Tiere in immer höher gelegene Gebiete zurückziehen. Alpenschneehühner beispielsweise sind heute rund 120 Meter weiter oben zu finden als noch vor zwanzig Jahren. Das bedeutet, dass ihr Lebensraum kleiner wird, Populationen isoliert werden und mit einem Bestandesrückgang gerechnet werden muss.

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Der Alpenschneehase hat mit dem gleichen Problem zu kämpfen. Es wird prognostiziert, dass er bis 2100 durchschnittlich über ein Drittel seines Lebensraums verloren haben wird.

Der Alpenschneehase hat mit dem gleichen Problem zu kämpfen. Es wird prognostiziert, dass er bis 2100 durchschnittlich über ein Drittel seines Lebensraums verloren haben wird.

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Seit Beginn der Industrialisierung gegen Ende des 18. Jahrhunderts hat sich die Zusammensetzung der Atmosphäre durch die Emission von Treibhausgasen zunehmend verändert. Dies verstärkt den natürlichen Treibhauseffekt und führt zu einem spürbaren Wandel des Klimas. Die Schweiz gehört zu den Ländern, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sind. Die Erwärmung seit dem Messbeginn 1864 beträgt hierzulande laut Bundesamt für Umwelt über zwei Grad Celsius und ist damit doppelt so hoch wie im weltweiten Mittel (0,9 Grad Celsius).

Eine unmittelbare Folge der steigenden Temperaturen ist, dass es in der Schweiz in Zukunft heissere Sommer geben wird. Die Anzahl der Sommertage, an denen das Thermometer über 25 Grad Celsius zeigt, wird genauso wie das Vorkommen von Tropennächten zunehmen. Vor allem im Mittelland nimmt die Anzahl der Sommer- und Hitzetage stark zu. In Zürich zum Beispiel zeigt sich seit 1960 eine Zunahme um ein bis zwei Hitzetage pro Dekade. Hitzesommer können insbesondere für ältere Menschen tödlich enden. Ursache für die höhere Sterblichkeit sind nicht unbedingt die Tagestemperaturen, sondern die Tropennächte mit über 20 Grad. So kann sich der Körper anfälliger Personen nicht mehr erholen. Allergiker spüren laut Ärzten ebenfalls bereits Anzeichen der weltweiten Erwärmung. Allergologen vermuten, dass der Anstieg der CO2-Konzentration die Pollenproduktion bei Pflanzen signifikant ankurbelt und deswegen zu mehr Allergien führt.

Neben den Menschen leiden auch Tiere unter dem Klimawandel. Gemäss «National Geographic» dürfte jede sechste Tierart innerhalb des nächsten Jahrhunderts aufgrund des globalen Temperaturanstiegs und der damit einhergehenden Veränderungen der Umwelt aussterben. Andere Forscher sprechen gar davon, dass nur vier von fünf Tierarten das nächste Jahrhundert erleben werden. In der obigen Bildstrecke wird gezeigt, welche in der Schweiz heimischen Tiere besonders stark vom Klimawandel betroffen sind.

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47 Kommentare
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Peter w

24.08.2020, 15:20

Wenn dann die Murmeltiere durch Dornschwanzagamen ersetzt werden müssen ist es definitv zu heiß.

öko

24.08.2020, 13:52

wenn denn ist der Mensch allein Schuld daran

Messwertfälscher

24.08.2020, 11:57

Ich habe bei Meteo Schweiz ein bisschen nachgeforscht über den Temperaturanstieg. Es fällt auf, dass Meteo Schweiz keine Original-Temperaturdaten online zur Verfügung stellt, nur "homogenisierte". Und bei den wenigen ausgesuchten Vergleichen zwischen originalen und homogenisierten Messdaten fällt auf, dass die alten originalen Daten alle nach unten korrigiert wurden. Im Prinzip läuft's so: Korrigiere die alten Messdaten um ein, zwei Grad nach unten und behaupte dann, dass im Vergleich zu früher die heutigen Temperaturmessungen um ein, zwei Grad höher liegen.