Fuchsinvasion in Städten: Tiere werden immer dreister

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Fuchsinvasion in StädtenTiere werden immer dreister

Immer mehr Füchse leben in der Stadt. Die einstmals scheuen Wildtiere werden immer frecher.

von
Kathrin Reimann

«Ich erhalte jede Woche Anrufe von Leuten, die einen Fuchs oder sogar einen Fuchsbau im Garten entdeckt haben», sagt Peter Baumann, Tierschutzbeauftragter der Stadt St. Gallen. Rund 50 bis 100 Tiere leben in der Stadt. «Der Stadtfuchs hat sich den Menschen angepasst und weiss, wo Gefahren lauern», sagt auch Guido Ackermann, Leiter des Amts für Jagd und Fischerei des Kantons St. Gallen. Füttern darf man die Wildtiere trotzdem nicht: «Die Füchse werden sonst zutraulich, unberechenbar bleiben sie aber dennoch», so Ackermann.

Auch in Frauenfeld macht sich Meister Reineke breit: «Vor allem in den Aussenquartieren hat das Phänomen deutlich zugenommen», sagt Jagdaufseher Christian Haffter. Er bekommt oft Anrufe von aufgebrachten Anwohnern. «Füchse, die jeden Sonntag zum Brunch kommen, vor den Augen der ­Familie Meerschweinchen enthaupten oder gar ins Wohnzimmer kommen – das ist alles schon vorgekommen», so Haffter.

Eine Sonderausstellung im Naturmuseum St. Gallen befasst sich derzeit mit dem Thema, dazu gehört auch ein St. Galler Stadtfuchsprojekt: «Wir sammeln Fotos und Erlebnisse mit Stadtfüchsen», so Museumsdirektor Toni Bürgin.

Umgang mit Stadtfüchsen

Roman Kistler, Amtsleiter der Thurgauer Jagd- und Fischereiverwaltung rät, Füchse auf keinen Fall zu füttern. Mit Jungtieren soll man sich nicht abgeben, da diese schnell zutraulich werden. Um Füchse fernzuhalten, sollten Abfallsäcke nicht zu früh rausgestellt, Komposthaufen abgedeckt, Hunde und Katzen nicht draus­sen gefüttert und kleinere Haustiere über Nacht ins Haus genommen werden. Mit Klatschen oder einem Kübel Wasser können die Füchse vertrieben werden.

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