Tierschutz alarmiert: «Tiere werden wie Wegwerfware behandelt»
Publiziert

Tierschutz alarmiert«Tiere werden wie Wegwerfware behandelt»

Der Zürcher Tierschutz schlägt Alarm: Extremfälle haben seit rund einem Jahr zugenommen. Es fehle den Besitzern an Wissen, Verantwortungsbewusstsein und Empathie.

von
wed
1 / 7
Manche Katzen, die beim Zürcher Tierschutz abgegeben werden, sind so verfilzt, dass sich massive Pelzplatten auf ihren Rücken bilden.

Manche Katzen, die beim Zürcher Tierschutz abgegeben werden, sind so verfilzt, dass sich massive Pelzplatten auf ihren Rücken bilden.

Zürcher Tierschutz
Unter dem verfilzten Fell war diese Katze nur noch Haut und Knochen.

Unter dem verfilzten Fell war diese Katze nur noch Haut und Knochen.

Zürcher Tierschutz
Ein Beispiel mit Happy End: Dank tagelanger und intensiver medizinischer Betreuung konnte die diabeteskranke Katze Lily überleben.

Ein Beispiel mit Happy End: Dank tagelanger und intensiver medizinischer Betreuung konnte die diabeteskranke Katze Lily überleben.

Zürcher Tierschutz

Dehydriert, verfilzt, verwahrlost – der Zürcher Tierschutz schlägt Alarm: «Seit rund einem Jahr häufen sich die Extremfälle, die ins Zürcher Tierhaus kommen», heisst es in einer Mitteilung vom Montagmorgen. So etwa der fünfjährige Kater Tommy, der vor den Türen des Zürcher Tierschutzes ausgesetzt wurde. Sein Zustand war derart erschreckend, dass er am Folgetag in der Tierklinik von seinem Leiden erlöst werden musste. Besser erging es der diabeteskranken Katze Lily, die nach falscher Medikation halbtot ins Tierheim gebracht wurde. Dank sofortigem Transport in die Intensivstation überlebte sie.

Täglich Fälle von verletzten Tieren

Solche Fälle seien aber nur die Spitze des Eisbergs. Fast täglich habe man mit Tieren mit verfilztem Fell, überlangen Krallen oder Zahnstein zu tun, der unbehandelt zu Entzündungen führen kann. «Werden diese Tiere nicht rechtzeitig zum Tierarzt

gebracht und behandelt, verschlimmert sich ihr Zustand drastisch», heisst es beim Zürcher Tierschutz.

Immer öfter werde aber viel zu lange gewartet und das kranke Tier dann ins Tierheim abgeschoben. «Mit starken Schmerzen werden die kranken bis halbtoten Tiere zuletzt wie Wegwerfware ins Tierheim abgeschoben.»

Vernachlässigung ist eine Form von Tierquälerei

Aus Sicht des Zürcher Tierschutzes fehlt es den Tierbesitzern an Verantwortungsbewusstsein, Wissen und Empathie: «Körperliche Veränderungen oder untypisches Verhalten sind wichtige

Alarmzeichen. Wer diese nicht erkennt, sollte keine Tiere halten.»

Zudem warnt man vor den rechtlichen Konsequenzen für die Tierhalter: «Unwissen schützt vor Strafe nicht – Vernachlässigung ist eine Form von Tierquälerei und somit strafbar.»

Und wer mit der Tierhaltung überfordert ist, soll sich frühzeitig Hilfe holen, wie Rommy Los, Geschäftsleiter des Zürcher Tierschutzes, sagt: «Dadurch können die Tiere vor grossen Schmerzen, Leiden oder gar vorzeitigem Tod bewahrt werden – und dann bedeutet die Abgabe im Tierheim nicht Endstation, sondern eine neue Chance auf ein glückliches Leben.»

Deine Meinung