Biel: Tierpathologe untersucht nun mysteriösen Kadaver

Aktualisiert

BielTierpathologe untersucht nun mysteriösen Kadaver

Tausende 20-Minuten-Leser haben über die seltsame Kreatur gerätselt, die in der Bieler Taubenlochschlucht entdeckt wurde. 20 Minuten barg den Kadaver – nun wird er untersucht.

von
cho

20-Minuten-Reporter Christian Holzer hat den mysteriösen Kadaver in der Taubenlochschlucht aufgespürt und brachte ihn zur Tierpathologie der Uni Bern. (Video:cho)

Das Foto von Leser-Reporterin Cagla Dogan liess die 20-Minuten-Community erschaudern und rätseln. Die 28-jährige Grencherin schoss am Wochenende in der Bieler Taubenlochschlucht das Bild eines mysteriösen Tierkadavers, den niemand identifizieren konnte. Selbst Wildhüter vermochten die Überreste keinem Tier definitiv zuzuordnen. In fast 400 Leser-Kommentaren wurde das Aas als Flughund, Vielfrass, Hyäne, die Figur Grimm aus «Harry Potter», Schattenwolf aus «Game of Thrones», das südamerikanische Fabelwesen Chupacabra oder gar als Alien bezeichnet.

30'000 Nutzer haben an der Online-Umfrage von 20 Minuten zum Kadaver teilgenommen. Rund 50 Prozent glauben, dass es sich um einen Wolf oder Hund handelt. 20 Minuten wollte nun Licht ins Dunkel bringen: Reporter Christian Holzer begab sich in die Schlucht, um den Kadaver zu bergen. Mitarbeiter des Tierpathologischen Institutes der Uni Bern sollen ihn identifizieren.

«Weiter oben hat es fürchterlich gestunken»

Die Taubenlochschlucht befindet sich unmittelbar am Stadtrand von Biel. Nur wenige Leute sind am Montagmorgen in der Schlucht. Keiner von ihnen hat den Kadaver gesehen – auch ein Foto hilft nicht weiter. Rentnerin Elsa M.*: «Das sieht ja schrecklich aus! Nein, das wäre mir aufgefallen.»

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Fast an genau derselben Stelle fand Leser-Reporter Andreas das Hinterteil des Kadavers.

Fast an genau derselben Stelle fand Leser-Reporter Andreas das Hinterteil des Kadavers.

Leser-Reporter/Andreas77
Aufgrund der morphologischen Eigenschaften geht das Zentrum für Fisch- und Wildtiermedizin (Fiwi) davon aus, dass es sich um den Dachs handelt, dessen Vorderteil letztes Wochenende gefunden wurde.

Aufgrund der morphologischen Eigenschaften geht das Zentrum für Fisch- und Wildtiermedizin (Fiwi) davon aus, dass es sich um den Dachs handelt, dessen Vorderteil letztes Wochenende gefunden wurde.

Leser-Reporter/Andreas77
Dieses Bild der Leser-Reporterin Cagla Dogna liess die 20-Minuten-Community rätseln.

Dieses Bild der Leser-Reporterin Cagla Dogna liess die 20-Minuten-Community rätseln.

Leser-Reporter

In der Schlucht wimmelt es von Höhlen und Felsvorsprüngen. Weil sich Leser-Reporterin Dogan nicht an den genauen Fundort erinnern vermochte, sind wachsame Augen gefragt. Eine Wandergruppe liefert eine erste heisse Spur: «Weiter oben hat es fürchterlich gestunken – gesehen habe ich aber nichts», sagt Tracy (30) aus den USA.

Veterinär wird Kadaver untersuchen

Nach einer 45-Minuten-Wanderung steigt dem 20-Minuten-Reporter ein fauliger Duft in die Nase. Schliesslich entdeckt er das dunkle Fellknäuel mit dicken Fliegen auf dem überwachsenen Waldboden. Mit Latexhandschuhen wird der Kadaver behutsam in eine Plastiktüte verpackt und mit dem Auto zur Tierkadaver-Sammelstelle gebracht. Dort wartet bereits Tiermediziner Dr. med. vet. Horst Posthaus von der Universität Bern auf die Fracht.

Das Institut für Tierpathologie interessiert sich brennend für die Kreatur und verspricht, die Spezies zu bestimmen: «Wir werden morgen früh die Überreste analysieren», so der Tierarzt zu 20 Minuten. Im Laufe des Dienstags sollte somit der Befund der Wissenschaft zum mysteriösen Kadaver vorliegen.

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