Laufenburg D: Tierquäler reisst Stute Wicky die Zunge raus
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Laufenburg DTierquäler reisst Stute Wicky die Zunge raus

Schock für einen Rheinfelder Tierarzt: Einer Stute im deutschen Grunholz bei Laufenburg fehlte am Montag die Zunge. Der Veterinär und die Polizei gehen von einem Tierquäler aus.

von
hvw
Sabina Spielmann mit Stute Wicky. Wegen der schweren Verletzung musste das Tier eingeschläfert werden.

Sabina Spielmann mit Stute Wicky. Wegen der schweren Verletzung musste das Tier eingeschläfert werden.

«Das ist krass. So etwas habe ich noch nie gesehen.» Tierarzt Hans-Rudolf Felber aus Rheinfelden AG ist immer noch erschüttert. Am Montagabend wurde er zu einem Hof in Grunholz bei Laufenburg gleich ennet der Grenze gerufen, Stute Wicky schäume aus dem Mund. «Ich habe eine normale Schlundverstopfung erwartet», sagt Felber, «und dann das!» Der Stute fehlten zwölf Zentimeter Zunge.

Der Veterinär musste Wicky sofort einschläfern. «Das Pferd hat unglaubliche Schmerzen gelitten.» Seiner Meinung nach steckt hinter der grausamen Verstümmelung ein Tierschänder. Dass sich die Stute die Zunge bei einem Unfall abgebissen habe oder ein anderes Tier darin verwickelt sei, kann sich der erfahrene Tierarzt nicht vorstellen.

Polizei untersucht DNA-Spuren

Auch die Polizei geht von einem Tierquäler aus: «Es spricht einiges dafür, dass ein Mensch die Zunge entfernt hat», sagt Franz Brüstle, Leiter des Polizeipostens Laufenburg. Die Zunge sei unter einem Baum auf der Weide gefunden worden. «Momentan werden Zunge und Tierkörper auf DNA-Spuren eines möglichen Täters untersucht.» Andere Ursachen für die Verstümmelung würden aber nicht ausgeschlossen.

Am Sonntag sei die Besitzerin Ancilla Spielmann noch mit der 21-jährigen Stute ausgeritten, schreibt die «Badische Zeitung». Dabei sei ihr nichts aufgefallen. Auch Spielmann hält es für unmöglich, dass sich das Tier die Zunge selber herausgerissen hatte. «Es gibt auf der Weide keine Möglichkeit dafür.»

Schweizer Pferdehalterin beunruhigt

Tochter Sabine Spielmann habe inzwischen Flyer erstellt, mit denen sie um Hinweise zum Vorfall bitte. Diese würden als Erstes im Reithof in Grunholz ausgehängt, wo Stute Wicky sieben Jahre verbrachte.

Der Vorfall sorgt auch auf Schweizer Seite für Aufregung: «Ich bin erschrocken und schockiert, dass so etwas überhaupt möglich ist», sagt Pferdehalterin Kiki Chiarello aus dem aargauischen Laufenburg dem Sender «Tele M1». «Dass das so nahe geschehen ist, berührt mich sehr.» Sie überlege sich nun, ihre Tiere über Nacht im Stall einzuschliessen, um ihnen ein so grausames Schicksal zu ersparen.

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