Aktualisiert 27.09.2004 20:32

Tierschützer-Attacke wegen Kloster-Schweinen

Als «grauenhaft und heuchlerisch» empfinden Tierschützer die Schweinehaltung im Schwesternheim St. Elisabeth in Zuchwil. Die Nonnen und der Leiter des Gutsbetriebs wehren sich.

«Die Schweine werden tierquälerisch gehalten», sagt Erwin Kessler, Präsident des umstrittenen Vereins gegen Tierfabriken: Dieser war schon mehrfach mit heiklen Äusserungen und Aktionen in die Schlagzeilen geraten. «Das ist eine Sauerei und gehört sich nicht für ein Kloster.» Das Tierschutzgesetz würde zwar möglicherweise nicht verletzt. Aber: «Wenn man alles machen kann, was nicht ausdrücklich verboten ist, kann man die kirchliche Moral abschaffen.» Kessler fordert darum, dass der Stall umgebaut wird.

«Die Angriffe stimmen mich traurig», sagt Urs Amrein, Leiter des Gutsbetriebs. «Wir bemühen uns Tag für Tag, gut für unsere Tiere zu sorgen.» Vor zehn Jahren hätte er den Stall für über zwei Millionen um- und neugebaut. Jetzt könne er nicht schon wieder bauen. Er findet es nicht richtig, dass in der Nacht illegal in seinen Hof eingedrungen und fotografiert wurde: «Das erschreckt doch unsere Tiere.»

Obwohl Amrein betont, er allein sei verantwortlich für die Schweinehaltung, wehren sich auch die Nonnen gegen die Vorwürfe: «Ich habe von christlicher Seite her keine Bedenken: Herr Amrein schaut gut zu den Tieren», sagt Heimleiterin Schwester Sommer.

Andrea Abbühl

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