Gossau SG – Tierschützer bekleben Garagentor und Briefkasten – Anwohner genervt
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Gossau SGTierschützer bekleben Garagentor und Briefkasten – Anwohner genervt

In Gossau verteilt eine unbekannte Person oder Gruppierung teils plakative Tierschutzflyer – sie landen nicht nur in Briefkästen, sondern werden auch an Türen und Briefkästen geklebt. Anwohner und Anwohnerinnen sind genervt.

von
Katja Fässler
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Regelmässig flattern beim Gossauer A.M. solche Flyer in den Briefkasten. 

Regelmässig flattern beim Gossauer A.M. solche Flyer in den Briefkasten.

20min/News-Scout
Die Drucke sind teilweise sehr plakativ. 

Die Drucke sind teilweise sehr plakativ.

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In der Nachbarschaft besteht das Problem auch. 

In der Nachbarschaft besteht das Problem auch.

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Darum gehts

  • Unbekannte verteilen in Gossau Flyer gegen Massentierhaltung und Tierschlachtung.

  • Die Sujets sind oftmals sehr plakativ und werden auch an Privateigentum geklebt.

  • Anwohnende ärgern sich – vor allem weil der Absender der Botschaften anonym ist.

Der Gossauer A.M. ärgert sich: Seit mehreren Monaten flattern bei ihm regelmässig Flyer und Kleber, die plakativ auf Tierschutz aufmerksam machen, in den Briefkasten – Absender unbekannt. «Das störte mich vorerst nicht, doch der oder die Urheberin wird immer dreister». So seien zuletzt eines der Bilder an seinem Briefkasten und eines an seinem Garagentor angeklebt worden. «Ich habe überhaupt nichts gegen Vegetarier oder Veganer und ich bin auch gegen grausame Massentierhaltung», so A.M. «Aber ich finde es einfach nicht ok, so penetrant zu sein und auch noch das Privateigentum zu bekleben.» Aufgrund der amateurhaften Erscheinung glaubt A.M., dass eine Einzelperson oder eine kleinere Gruppe dahinterstecken könnte.

Sein Nachbar habe die gleiche Erfahrung gemacht, auch schon als er noch in Herisau wohnte. «Er hatte damals schon die ganze Zeit Kleber an der Türe und am Garagentor. Sein Vermieter hätte damals Anzeige gegen unbekannt gemacht, erzählt A.M. Er fände es besonders feige, da die Urheberinnen und Urheber dieser Flyer und Kleber keinen Absender hinterlassen. «Wenn man schon so etwas macht, sollte man mit Namen hinstehen.» Auf eine Anzeige will der Gossauer aber vorerst verzichten. Nachdem er seinem Ärger in einer Facebook-Gruppe Luft gemacht hatte, verschwand der Kleber an seinem Garagentor kurze Zeit später. «Vielleicht hat das als Warnung schon ausgereicht.» In den Kommentaren unterhalb des Posts schreibt eine Userin: «Wir haben das gleiche Problem.»

Strafanzeige sinnvoll?

Kleber anbringen auf Privatgegenständen kann laut Florian Schneider, Sprecher der Kantonspolizei St. Gallen, als Sachbeschädigung gesehen werden. Es kommt aber auf den Schweregrad an und wie häufig so etwas vorkommt. Auch spielt es eine Rolle, ob die Kleber rückstandslos entfernt werden können oder nicht.

Schneider rät, erst einmal Kontakt mit dem lokalen Polizeiposten aufzunehmen und zu beraten, ob es sinnvoll ist, die Sache strafrechtlich zu verfolgen, bevor Strafanzeige erstattet wird. Falls in einem solchen Fall Sachbeschädigung nachgewiesen werden kann, erstattet die Kantonspolizei Anzeige bei der Staatsanwaltschaft, welche dann die Höhe der Busse festlegt.

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22 (bei Notfällen)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel. 079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00

Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Schweizer Tierschutz (anonym möglich)

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