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30-Kilo-Wels gefangenTierschützer erwägen Anzeige gegen Fischer

Jordan Cvetkov hat nach einem 55-minütigen Kampf einen riesigen Wels aus dem Bielersee gezogen. Für Tierschützer ist das Tierquälerei.

von
cho
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Jordan Cvetkov mit seinem Riesenfang, einem 1,47 Meter langen und 31 Kilogramm schweren Wels. Der 59-Jährige fischte...

Jordan Cvetkov mit seinem Riesenfang, einem 1,47 Meter langen und 31 Kilogramm schweren Wels. Der 59-Jährige fischte...

Leser-Reporter
...am Bielersee, gleich bei der Mündung des Zihlkanals.

...am Bielersee, gleich bei der Mündung des Zihlkanals.

Cvetkovs Fang ist nicht der grösste in einem Schweizer See. Im Sommer 2011 zog der Vorarlberger Mathias Gregorig (links) einen riesigen Wels aus dem Bodensee.

Cvetkovs Fang ist nicht der grösste in einem Schweizer See. Im Sommer 2011 zog der Vorarlberger Mathias Gregorig (links) einen riesigen Wels aus dem Bodensee.

Ronald Vlach / VOL.at

Wird ihm sein Erfolg zum Verhängnis? Nachdem Jordan Cvetkov am Wochenende einen 30-Kilo-Wels aus dem Bielersee zog war sein Jubel gross: «Das ist mit Abstand der grösste Fisch, den ich jemals gefangen habe», sagt er zu 20 Minuten. Doch nun droht dem Mann aus Zollikofen Ungemach. Denn sein Trophäen-Foto hat im Internet die Runde gemacht – und blieb auch Tierschützern nicht verborgen.

«Es ist denkbar, dass wir Anzeige erstatten», sagt Andreas Rüttimann von der Stiftung Tier im Recht. Grund: Cvetkov brauchte nach eigenen Angaben 55 Minuten, bis er den Fisch aus dem Wasser hatte. «Der Strafbestand der qualvollen Tötung ist damit in meinen Augen erfüllt», so Rüttimann. Der Fisch sei wie alle anderen Wirbeltiere auch durch das Tierschutzrecht geschützt. «Wenn ein Säugetier 55 Minuten lang mit dem Tod ringen würde, wäre der Aufschrei in der Bevölkerung enorm.» Das Mitleid mit Fischen sei in der Gesellschaft weniger ausgeprägt, so Rüttimann. «Nichtsdestotrotz handelt es sich um Tierquälerei.»

«Ich weiss, was ich tue»

Cvetkov versteht die Vorwürfe des Tierschützer nicht: «Was hätte ich denn tun sollen? Der Wels hatte den Haken im Mund und war bereits verletzt.» Hätte er einfach die Schnur gekappt, wäre der Haken im Maul geblieben – und auch die Verletzung. «Ich habe ein Fischereipatent und angle seit 30 Jahren. Ich weiss, wovon ich spreche und was ich tue.»

Vom Fisch ist mittlerweile nicht mehr viel übrig. Cvetkov hatte für rund 20 Freunde ein Grillparty geschmissen: «Der Fisch war sehr lecker und hat allen gut geschmeckt.» Zuhause habe er noch 800 Gramm im Tiefkühler. Die wolle er für später aufheben – oder jemandem schenken.

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