Aktualisiert 19.03.2019 16:35

1000 Franken

Tierschützer jagen Katzen-Hasser mit Kopfgeld

In Emmen LU hat ein Unbekannter eine Katze angeschossen. Büsibesitzer sind nun in Angst. Eine Stiftung setzt 1000 Franken aus für Hinweise, die zum Täter führen.

von
gwa
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Mit diesem Plakat sucht die Zellweger Animal Foundation nach Hinweisen zu einem Katzenhasser. Dieser hat im Quartier Waldibrücke in Emmen einen Kater angeschossen. Auch weitere Katzen in diesem Gebiet seien in jüngerer Zeit verschwunden.

Mit diesem Plakat sucht die Zellweger Animal Foundation nach Hinweisen zu einem Katzenhasser. Dieser hat im Quartier Waldibrücke in Emmen einen Kater angeschossen. Auch weitere Katzen in diesem Gebiet seien in jüngerer Zeit verschwunden.

Leser-Reporter
Das ist Harry. Der Kater wurde Opfer des Büsi-Schützen. Der Kater hatte eine schwere Verletzung an einem Vorderbein. Die Kugel hat ein Gelenk zertrümmert.

Das ist Harry. Der Kater wurde Opfer des Büsi-Schützen. Der Kater hatte eine schwere Verletzung an einem Vorderbein. Die Kugel hat ein Gelenk zertrümmert.

Zellweger Animal Foundation
Mit einer Operation sollte verhindert werden, dass das Bein amputiert werden muss. Das Projektil konnte bei der ersten OP noch nicht entfernt werden und steckt noch immer in Harrys Körper.

Mit einer Operation sollte verhindert werden, dass das Bein amputiert werden muss. Das Projektil konnte bei der ersten OP noch nicht entfernt werden und steckt noch immer in Harrys Körper.

Zellweger Animal Foundation

«Ich lasse meine Katzen momentan nicht nach draussen, das ist zu gefährlich», sagt eine Anwohnerin aus dem Quartier Waldibrücke in Emmen LU liegt. Grund: Im Quartier hängen Zettel, mit denen vor einem Katzenhasser gewarnt wird. Kürzlich wurde dort ein angeschossener Kater gefunden. Die Anwohnerin selbst weiss von zwei Katzen, die in jüngerer Zeit verschwunden sind.

«Wer so grausam ist, muss bestraft werden»

Die Zellweger Animal Foundation hat sich dem verwundeten Kater angenommen: «Harry hatte eine schwere Verletzung an einem Vorderbein. Die Kugel hat ein Gelenk zertrümmert», sagt Edith Zellweger.

Die Stiftungspräsidentin hat sich auch bei der Luzerner Polizei gemeldet. «Ich werde Anzeige gegen Unbekannt erstatten», sagt sie. Zudem sucht die Stiftung mittels Plakaten nach Hinweisen zum Täter: «Für sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung des Täters oder der Täterschaft führen, ist eine Gesamtbelohnung von 1000.- CHF ausgesetzt!», steht dort. Zellweger hofft nun, dass der Katzenhasser gefunden wird: «Es muss jemand aus diesem Gebiet sein. Wer so etwas Grausames tut, muss bestraft werden.»

Die Katze musste operiert werden: «Wir wollten verhindern, dass das Bein amputiert werden muss», sagt Zellweger. «Das Projektil steckt aber noch immer drin und muss noch entfernt werden.» Laut der Stiftungspräsidentin habe Harry nach der Operation bereits wieder versucht, sein lädiertes Bein zu belasten.

Besitzerin wollte keine Verantwortung übernehmen

Bis Harry operiert werden konnte, war es ein mühsamer Weg. Ein Bub hatte das Tier gefunden und dessen Mutter brachte Harry zum Tierarzt. In der Praxis fand man heraus, wem der unkastrierte Kater gehört. «Die rechtmässige Besitzerin wollte aber nicht für die Kosten aufkommen, die Verantwortung dafür hat sie abgestritten», so Zellweger. Der Kater habe bereits früher seinen Wohnort bei der Besitzerin verlassen und lebe seither auf der Strasse. «Harry war aber in dieser Zeit ständig im Quartier unterwegs», so Zellweger.

Das Tierheim, in dem Harry zuvor lebte, hatte angeboten, 1000 Franken an die Operation beizusteuern. Den Rest hätte aber die Finderin des Büsis berappen müssen – ansonsten müsse der Kater wohl eingeschläfert werden. «Eine solche Operation kostet mehrere Tausend Franken und niemand wollte die Verantwortung dafür übernehmen. Das ist skandalös», sagt Zellweger. Die Finderin sei glücklicherweise für die Erstversorgung und Schmerzmittel aufgekommen. Die weiteren medizinischen Kosten übernimmt die Stiftung.

«Wer so etwas Grausames tut, muss bestraft werden»

Eine Bekannte der Finderin hatte die Stiftung angerufen: «Am Samstag ist Harry mir übergeben worden. Danach brachte ich ihn zum Tierarzt», sagt Zellweger. Da die rechtmässige Besitzerin mit Harry nichts mehr zu tun haben wollte, kümmert sich nun Zellweger um den Stubentiger. «Entweder finde ich einen Platz, an dem es ihm gut geht oder ich schaue selbst zu ihm.»

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