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Frohe Ostern?Tierschützer protestierten gegen Eierindustrie

Auf dem Bärenplatz haben am Samstag Tierschützer mit einer aufsehenerregenden Protestaktion auf die Missstände in der Eierindustrie aufmerksam gemacht.

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tok/sda
Tierschützer protestierten am Samstag auf dem Bärenplatz gegen die Eierindustrie

Tierschützer protestierten am Samstag auf dem Bärenplatz gegen die Eierindustrie

Blutverschmierte Legehennen statt fröhlicher Osterhase: Am Samstagnachmittag wurden die Passanten durch Aktivisten der Organisation tier-im-fokus.ch (TIF) an die unschönen Seiten der sonst eher besinnlichen Osterfesttage erinnert. Man wolle über die «Gewaltkultur hinter dem Ostergaudi» informieren, schreibt TIF in einer Mitteilung. «Die Konsumenten werden nur unzureichend über die Folgen des Eierkonsums informiert», kritisiert Cédric Grützner, Organisator der Strassenaktion.

Nebst einem aufgehängten Plüsch-Huhn wurden auch Plakate gezeigt, welche «realitätsgetreu das blutige Innenleben der Schlachtfabriken sowie federpickende Legehennen aus einem Berner Stall» zeigten. «Federpicken und Kannibalismus gehört in der industriellen Hühnerindustrie zum Geschäft», sagt TIF-Mediensprecher Tobias Sennhauser.

Schock bei den Passanten

Die Aktivisten verteilten auch Flyer zum Thema. «Die Leute waren nicht im Bild, wie es um die Hühner steht», so Sennhauser. «Die Industrie züchtet die Hühner hinsichtlich der Peaks an Ostern und Weihnachten. Danach werden diese wieder liquidiert.» Allein in der Schweiz würden dann eine halbe Million Legehennen «entsorgt». Viele Passanten hätten geschockt auf die grausamen Mechanismen der Schweizer Eierproduktion reagiert, die Massentierhaltung mit Ställen von bis zu 18'000 Hühnern gestatte. «Viele konnten nicht glauben, dass die gezeigten Bilder aus der Schweiz stammen.»

Gemäss der Höchstbestandesverordnung des Bundes sind maximal 18'000 Legehennen pro Betrieb erlaubt. Gleiches gilt für Mastpoulets.

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