Aktualisiert 18.05.2008 15:48

Tierschützer verklagen die Schweiz

Der WWF und der Schweizer Vogelschutz (SVS) reichen beim Europarat in Strassburg eine Aufsichtsbeschwerde ein. Grund: Die Schweiz habe es seit Jahren versäumt, das von ihr unterzeichnete internationale Biodiversitäts-Abkommen umzusetzen.

Zum Auftakt der neunten internationalen Naturschutzkonferenz erinnerten die Organisationen daran, dass sich die Schweiz 1989 im Rahmen der internationalen Berner Konvention und des europäischen Naturschutzprogramms Smaragd verpflichtet habe, gefährdete Lebensräume sowie deren Tier- und Pflanzenarten zu schützen. Bisher sei diesbezüglich aber wenig passiert.

Der Bund schiebt laut WWF Schweiz und SVS die Verantwortung für das Ausscheiden schützenswerter Gebiete auf die Kantone ab, statt eine europaweite Zusammenarbeit anzustreben. Damit werde ein Hauptprinzip des internationalen Abkommens missachtet.

Über die Hälfte der Arten gefährdet

Der Bund habe es bisher versäumt, in Strassburg mögliche Smaragd-Gebiete anzumelden. Beim zögerlichen Ausscheiden von Gebieten seien nur Orte gewählt worden, die bereits unter kantonalem oder nationalem Naturschutz stünden, und nicht solche, die dringend Schutz benötigten.

Die Versäumnisse sind laut Mitteilung umso gravierender, als der Rückgang der Artenvielfalt in der Schweiz drastisch sei. Von den schätzungsweise 40 000 Arten im Land sei mehr als die Hälfte in Gefahr: Ein Drittel der Wildpflanzen, 40 Prozent der Vögel und 95 Prozent der Amphibien in der Schweiz seien selten oder gefährdet. (dapd)

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