Aktualisiert 06.01.2014 09:55

«Mittelalterliche Szenen»

Tierschützer vertreiben Walfänger

Umweltschützer haben fünf japanische Walfangschiffe zum Rückzug gezwungen. Sie hätten Beweise für die Tötung von vier Walen zusammengetragen, so die Aktivisten.

Aktivisten der militanten Tierschutzorganisation Sea Shepherd haben nach eigenen Angaben eine Flotte japanischer Walfangschiffe eingekreist. Bei der Aktion seien Beweise für die Tötung von vier Walen zusammengetragen worden, teilte die Organisation am Montag mit.

Sea Shepherd veröffentlichte Fotos, auf denen drei tote Zwergwale an Deck eines Schiffs zu sehen waren. Demnach wurde ein vierter Wal geschlachtet, als ein Helikopter der Organisation die Schiffe überflog.

«Mittelalterliche Szenen»

Der Chef der australischen Sektion von Sea Shepherd, Bob Brown, sprach von einer «grausigen, blutigen, mittelalterlichen Szene, die keinen Platz in dieser modernen Welt hat». Die Tierschützer zwangen nach eigenen Angaben die fünf japanischen Schiffe zum Rückzug.

Sea Shepherd hatte die japanischen Walfänger in den vergangenen Jahren immer wieder mit Störaktionen behindert. Die Tierschützer und die Walfänger werfen sich gegenseitig vor, wiederholt die Schiffe der Gegenseite gerammt zu haben. 2010 war ein Boot von Sea Shepherd nach der Kollision mit einem Walfangschiff gesunken.

Walfang zu «wissenschaftlichen Zwecken»

Die Internationale Walfangkommission (IWC) hatte 1986 ein Moratorium für den kommerziellen Walfang in Kraft gesetzt. Japan nutzt ein Schlupfloch des Abkommens, indem es Wale offiziell zu «wissenschaftlichen Zwecken» jagt.

Es macht aber kein Geheimnis daraus, dass das Fleisch der erlegten Meeressäuger in Geschäften und Restaurants angeboten wird und letztlich auf dem Teller landet.

Der Internationale Gerichtshof in Den Haag verhandelt derzeit über eine Klage Australiens gegen das japanische Walfang-Programm. Mit einer Entscheidung wird Anfang des Jahres gerechnet. (sda)

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