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Heftige KritikTierschützer werfen Emmi wegen «Oat Milk» Konsumententäuschung vor

Aktivisten reichen eine Beschwerde gegen das Emmi-Produkt «Good Day Oat Milk» ein. Der Hinweis, dass das Produkt Kuhmilch enthalte, sei zu klein geraten. Emmi hat das Produkt mittlerweile umbenannt.

von
Anna Meier
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Gegen dieses Produkt von Emmi reicht die Tierschutzorganisation Animal Rights Switzerland eine Beschwerde wegen unlauterer Werbung ein.

Gegen dieses Produkt von Emmi reicht die Tierschutzorganisation Animal Rights Switzerland eine Beschwerde wegen unlauterer Werbung ein.

Screenshot: emmi-good-day.com
Bei Coop steht die «Good Day Oat Milk» zwischen veganen Milch-Alternativen.

Bei Coop steht die «Good Day Oat Milk» zwischen veganen Milch-Alternativen.

Anna Meier / 20 Minuten
Das Produkt ist nicht vegan, es besteht zu 50 Prozent aus Kuhmilch.

Das Produkt ist nicht vegan, es besteht zu 50 Prozent aus Kuhmilch.

Getty Images/iStockphoto

Darum gehts

  • Die Tierschutzorganisation Animal Rights Switzerland reicht eine Beschwerde bei der Lauterkeitskommission gegen das Emmi-Produkt «Good Day Oat Milk» ein.

  • Anders als der Name suggeriert, besteht das Produkt zu 50 Prozent aus Kuhmilch. Das Produkt wird in den Lebensmittelläden inmitten von rein pflanzlichen Getränken verkauft.

  • Anja Zeidler warnt ihre Follower auf Instagram vor der Verwechslungsgefahr.

  • Emmi entschuldigt sich für allfällige Missverständnisse. Der Produktname sei mittlerweile geändert worden.

Tierrechtsaktivisten sind verärgert: Das Getränk «Good Day Oat Milk» von Emmi steht direkt neben Hafermilch-Produkten im Regal, besteht aber zur Hälfte aus Kuhmilch. Dies sei jedoch nur zu erkennen, wenn man «das Kleingedruckte» lese, so die Aktivisten. Sie sprechen von einem Etikettenschwindel und werfen Emmi vor, «der pflanzlichen Konkurrenz das Wasser abzugraben». Animal Rights Switzerland hat bei der Lauterkeitskommission wegen unlauterer Werbung eine Beschwerde eingereicht.

Empört ist auch Influencerin und Veganerin Anja Zeidler. «Buuuuuh», kommentiert sie und warnt auf Instagram ihre Follower vor der «Verwechslungsgefahr». Sie verlangt eine Erklärung, weshalb das Produkt direkt neben den pflanzlichen Alternativen steht. Gegenüber 20 Minuten sagt sie: «Grundsätzlich gefällt mir die Idee sehr, dass auch Milchkonzerne bei ihrem Sortiment Kuhmilch reduzieren und tierleidfreie Alternativen populärer werden.» Dieses Produkt aber täusche die Konsumenten und erwecke den Eindruck, dass das Vorgehen eine bewusste Verkaufsstrategie sei.

Emmi entschuldigt sich

Auf den Umstand angesprochen, dass Coop das Emmi-Produkt inmitten anderer, rein pflanzlicher Getränke anpreist und verkauft, betont Coop-Sprecherin Melanie Grüter, dass das Sortiment nach den Bedürfnissen der Kunden ausgerichtet sei. «In dem entsprechenden Regal finden unsere Kundinnen und Kunden sowohl Kuhmilch-Produkte als auch pflanzliche Alternativen.»

Zur Kontroverse sagt Emmi-Sprecherin Sybille Umiker: «‹Good Day Oat Milk› ist ein Produkt, das sich nicht an Veganer richtet, sondern an Konsumenten, welche die Vorzüge von Milch und Haferdrink kombinieren möchten.» Auf der im Handel erhältlichen Packung stehe der Hinweis, dass das Getränk zu 50 Prozent aus Kuhmilch besteht. Bei gratis abgegebenen Produktmustern habe man auf den Vermerk verzichtet. «Dies war ein Fehler, für den wir uns entschuldigen möchten», so Umiker. Um Missverständnissen vorzubeugen, sei der Produktname mittlerweile zu «Milk & Oat» geändert worden. Die neuen Produkte sollen um das Jahresende in den Handel kommen.

«Dass sich Konsumentinnen und Konsumenten über eine ungenaue Kennzeichnung beschweren, können wir gut nachvollziehen – solche Mischprodukte sind neu und ungewohnt», sagt Josianne Walpen von der Stiftung für Konsumentenschutz. Man müsse zwar tatsächlich genau hinschauen, das Produkt sei aber korrekt gekennzeichnet.

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148 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

Alex

28.11.2020, 11:02

Tja, wenn man nicht genau lesen kann und nur die Verpackung anschaut. Selber Schuld. Immer diese "Weltprobleme".

Alex

28.11.2020, 11:01

Tja, wenn man nicht genau lesen kann und nur die Verpackung anschaut. Selber Schuld. Immer diese "Weltprobleme".

Jürg

28.11.2020, 10:03

Kann ich nachvollziehen. Zero zugefügter Zucker desselben Herstellers heisst 5 Gramm pro Deziliter. Als Diabetiker (10% der Bevölkerung) habe ich mich auch geärgert.