Ameisen-Spot: Tierschützerin stoppt den Wetterschmöcker
Aktualisiert

Ameisen-SpotTierschützerin stoppt den Wetterschmöcker

«Verreckte Cheib!»: Schweiz Tourismus darf den Ameisen-Spot vorläufig nicht mehr zeigen. Der Bund befürchtet eine Störung der Ameisen. Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.

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Die Fortsetzung des Ameisen-Spots - hier setzt sich Horat nciht mehr auf den Ameisenhaufen.

Mit seinen kantigen Sprüchen und den Werbefilmen ist der Muotathaler Wetterschmöcker Martin Horat weltberühmt geworden. Der Werbespot von Schweiz Tourismus, in dem der 67-jährige Wetterprophet von einem Ameisenhaufen aus einen schneereichen Winter vorhersagt, ging um die Welt.

Damit ist vorläufig Schluss: Wie die «Südostschweiz» berichtet, hat Schweiz Tourismus auf Intervention des Bundesamts für Umwelt (Bafu) den Spot vom Netz genommen. Grund dafür sei die Beschwerde einer besorgten Tierschützerin. Diese hatte sich darüber enerviert, dass der Wetterschmöcker auf den unter Naturschutz stehenden roten Ameisen sass. Schweiz Tourismus bestreitet dies: Es handle sich um schwarze Ameisen, lässt Marketingleiterin Nicole Diermeier verlauten. Daher sei dies kein Vergehen gegen die Tierschutzbestimmungen.

«Authentische Wettervorhersage»

Für den Dreh und die Benutzung des Ameisenhaufens habe man eine Bewilligung eingeholt. Mit dem besagten Ameisenhaufen habe der Wetterschmöcker seit längerer Zeit gearbeitet. «Wir haben Horat nichts aufgezwungen, er zeigt seine authentische Wettervorhersage», so Diermeier.

TalkTäglich vom 17.01.2011

Der zuständige Revierförster, Hanspeter Nussbaumer hat trotz Bewilligung keine Freude an dem Spot: «Jedem Kind bringt man bei, dass es Ameisen nicht stören soll.» Dass sich Horat im Fernsehen auf den Haufen setze, finde er schon «speziell».

Das Bafu rechtfertigt gegenüber der «Aargauer Zeitung» die Intervention gegen Schweiz Tourismus: «Ameisenhaufen sind schützenswert. Der Spot ist nicht gerade ein Vorbild dafür, wie man mit ihnen umgehen soll», so Sprecherin Elisabeth Maret.

Schweiz Tourismus sucht nun das Gespräch mit dem Bafu und will den Spot auch in Zukunft verwenden.

Bereits 2004 sass Horat für die Dreharbeiten von «Wetterschmöcker» auf einem Ameisenhaufen.

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