Schlachthof-Besetzung in Oensingen SO - Tierschutz-Aktivist kommt mit bedingter Geldstrafe davon
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Schlachthof-Besetzung in Oensingen SOTierschutz-Aktivist kommt mit bedingter Geldstrafe davon

Einer der rund 130 Tierschutz-Aktivisten, die im November 2018 einen Schlachthof in Oensingen besetzt hatten, zog sein Urteil ans Obergericht weiter – und stiess auf gnädige Richter.

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Die Polizei musste das Areal des Fleischfabrikanten Bell im November 2018 räumen. 

Die Polizei musste das Areal des Fleischfabrikanten Bell im November 2018 räumen.

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Tieraktivistinnen und-aktivisten hatten den Schlachthof besetzt.

Tieraktivistinnen und-aktivisten hatten den Schlachthof besetzt.

zvg
Sie ketteten sich an andere Mitstreitende oder ans Geländer und legten so den Betrieb lahm.

Sie ketteten sich an andere Mitstreitende oder ans Geländer und legten so den Betrieb lahm.

zvg

Darum gehts

  • Über 130 Aktivistinnen und Aktivisten legten im November 2018 einen Schlachthof in Oensingen SO lahm.

  • Ein Westschweizer zog das erstinstanzliche Urteil ans Obergericht weiter.

  • Mit Erfolg: Seine unbedingte Geldstrafe wurde in eine bedingte umgewandelt.

Im November 2018 besetzten über 130 Tierrechtlerinnen und Tierrechtler den Schlachthof der Bell AG in Oensingen SO. Dem Fleischverarbeiter entstand ein Sachschaden von 72’000 Franken. Gegen 125 Aktivistinnen und Aktivisten erliess die Staatsanwaltschaft im Mai 2019 Strafbefehle wegen Nötigung, Hausfriedensbruchs sowie Hinderung einer Amtshandlung. Ein Grossteil von ihnen kam mit bedingten Geldstrafen davon. Nicht so ein Westschweizer: Er wurde zu einer unbedingten Geldstrafe von 150 Tagessätzen à 110 Franken verurteilt, da er bereits vorbestraft war.

Nachdem der Beschuldigte mit seiner Einsprache bereits im Mai 2020 vor dem Amtsgericht Thal-Gäu abgeblitzt war, zog er das Urteil ans Obergericht weiter. Mit Erfolg: Seine Geldstrafe wurde nun bloss bedingt ausgesprochen, wie die «Solothurner Zeitung» berichtet. Zwei ebenfalls vorbestrafte Mitstreitende des Romands waren vor dem Amtsgericht lediglich zu bedingten Geldstrafen verurteilt worden. Das sei «absolute Willkür», argumentierte sein Verteidiger vor dem Obergericht. Der Beschuldigte selbst beteuerte, sich nur mittlerweile noch legal für den Tierschutz einzusetzen.

Das Gericht brachte für die Ziele des Schlachthofs ein gewisses Verständnis auf. «Die ideelle Motivation ist sehr achtbar und vermindert Ihre Schuld», wird einer der Richter zitiert. Die beiden anderen Aktivisten hätten schon damals ihre Schuld eingestanden, während Guy auf unschuldig plädierte. Nun aber zeige er sich glaubhaft einsichtig, weshalb eine bedingte Strafe gerechtfertigt sei.

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(sul)

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