Aktualisiert 07.01.2016 10:43

Nach brutaler Tiertötung

Tierschutz fordert Alkoholtest für Jäger

Nachdem eine Jägerin einen verletzten Fuchs von ihrem Hund totbeissen liess, statt ihn zu erschiessen, verlangt der Zürcher Tierschutz härtere Strafen für Jäger.

von
ced
Müssen Jäger künftig jährlich zum Schiesstest?

Müssen Jäger künftig jährlich zum Schiesstest?

Keystone/AP/Barbara Gindl

Eine Jagdpächterin sollte einen angefahrenen Fuchs erschiessen. Stattdessen liess sie ihren Hund das Tier töten – ein Augenzeuge berichtete von grausamen Schreien des Fuchses und erstattete Anzeige. Das Zürcher Obergericht verurteilte die Jägerin am Dienstag zu einer bedingten Geldstrafe von 40'000 Franken.

Beat Hauenstein vom Zürcher Tierschutz ist laut dem SRF-Regionaljournal mit diesem Urteil nicht zufrieden. Er kritisiert, dass Strafen in Tierschutzfällen generell zu milde ausfielen. Das könne so nicht weitergehen.

Promillegrenze für Jäger

Deshalb fordert Hauenstein, dass das Zürcher Jagdgesetz verschärft wird und schlägt eine Alkoholpromillegrenze für Jäger vor. «Mit zu viel Alkohol nimmt die Risikobereitschaft zu und die Treffsicherheit bei der Schussabgabe ab», sagt er zum SRF. Jürg Zinggeler von der Jagdverwaltung des Kantons Zürich hält dies aber nicht für nötig – Alkohol sei bei Jägern sowieso tabu.

Der Tierschutz will zudem, dass Jäger künftig jedes Jahr statt nur alle zwei Jahre zum Schiesstest müssen. Bei dieser Forderung erhalten sie Unterstützung vom Kanton: Der Regierungsrat hat dieser Verschärfung bereits zugestimmt. Ein Rekurs verhindert jedoch bis anhin die Umsetzung.

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