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StreusalzTierschutzorganisationen warnen vor Vergiftung bei Hunden

Um Trottoire für die Fussgänger rutschfest zu machen, wird oft eine grosse Menge Streusalz verwendet. Wird das jedoch von Hunden eingenommen, kann es zu einer Vergiftung bei dem Hund führen.

von
Nadine Wechsler
Wenn ein Hund auf dem Spaziergang zu viel Streusalz aufnimmt, kann es zu Vergiftungserscheinungen kommen. (Symbolbild)

Wenn ein Hund auf dem Spaziergang zu viel Streusalz aufnimmt, kann es zu Vergiftungserscheinungen kommen. (Symbolbild)

Mohssen Assanimoghaddam/dpa

Darum gehts

  • Streusalz wird bei uns grosszügig eingesetzt, um die Gefahr für Verkehrsteilnehmer zu verringern.

  • Wenn ein Hund zu viel des Streusalzes aufnimmt, kann es zu Vergiftungserscheinungen kommen.

  • Um den Magen des Hundes zu beruhigen, kann Reis, Haferflocken oder Kamillentee eingesetzt werden.

Ein langer Spaziergang in der Natur ist für viele Hunde ein Traum. Im Winter kann das aber einen fahlen Beigeschmack haben. Um die Trottoire für Fussgänger rutschfest zu machen, kommt jede Menge Streusalz zum Einsatz. Was zum Wohle der Fussgänger ist, ist zum Leide der Hunde.

Dominik del Castillo, Campaigner bei Vier Pfoten Schweiz: «Der Worst Case kann sein, dass er eine Vergiftungserscheinung bekommt. Sei es, ob er extrem viel Streusalz aufnimmt oder zum Teil hat es dann noch Frostschutzmittel beigemischt, das er dann aufnimmt.»

Im schlimmsten Fall könne dies zu einer Vergiftung führen. Tierärztin und Vorstandsmitglied SVK Marie Müller Klauser erklärt: «Wenn ein Hund eine grosse Menge an Streusalz aufnimmt, kommt es zu einer Reizung der Schleimhaut des Magens und der Hund erbricht sich. Bei einer sehr grossen Menge von Salz wird die Salzkonzentration im Blut erhöht und die Blutgefässdichte wird sich verändern.» Dabei gehe Wasser aus dem Kreislauf verloren, was zu Wasseransammlung und somit zu Ödemen führen könne.

Schonende Ernährung wirkt beruhigend

Mit einer schonenden Ernährung mit Haferflocken und Reis sowie Kamillentee wird der Magen-Darm-Trakt wieder beruhigt. Damit es gar nicht soweit kommt, sollte man bereits vor dem Spazieren Vorsichtsmassnahmen vornehmen:

Bevor man mit dem Hund rausgehe, soll man dem Hund Wasser geben, damit er nicht aus Durst den Schnee frisst, erklärt Dominik del Castillo. Denn: «Wenn man weiss, dass der Hund sehr gerne im Schnee spielt und ihn auch frisst, sollte man eher in Felder gehen, die nicht gesalzen sind. Dort sollte man dann auch den Hund beschäftigen, in dem man nicht Schneebälle wirft und damit den Hund nicht animiert, den Schnee zu fressen. Man sollte dann andere Beschäftigungen finden.»

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel. 079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00

Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Tierschutz Schweiz (anonym möglich)

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