Tierseuche: Vorläufig Entwarnung in England
Aktualisiert

Tierseuche: Vorläufig Entwarnung in England

Eine Woche nach dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (MKS) in Südengland ist eine befürchtete Ausbreitung der Krankheit ausgeblieben.

Wie das Umweltministerium am Freitag in London mitteilte, bestätigte sich der dritte Verdachtsfall nicht.

Auch bei einem vierten Bauernhof habe sich der Verdacht nicht bestätigt, berichtete der Sender BBC unter Berufung auf Regierungskreise. In der Nacht zum Freitag war eine neue Kontrollzone um den möglichen Ausbruchsort in der Grafschaft Surrey eingerichtet worden.

Es wäre der erste MKS-Fall ausserhalb der bisherigen Sperrzone gewesen. Der britische Premierminister Gordon Brown sagte, die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Seuche über das bisherige Gefahrengebiet ausbreite, sei «gering, wenn nicht zu vernachlässigen».

Entschädigung für Betroffene

Er kündigte an, die betroffenen Bauern würden in den kommenden Tagen eine Entschädigung erhalten. Es werde alles getan, dass Grossbritannien «zurück zur Normalität» komme. Insgesamt waren in den vergangenen Tagen rund 580 Tiere getötet worden.

Darunter waren auch die 362 Rinder der dritten betroffenen Farm. Sie wurden vorsorglich getötet, weil sie nach Behördenangaben einen «gefährlichen Kontakt» zu den Tieren hatten, bei denen MKS nachgewiesen wurde. Nun stellte sich heraus, dass sie gar nicht erkrankt waren.

Die Maul- und Klauenseuche war zuerst auf einem Bauernhof in der Grafschaft Surrey 50 Kilometer südwestlich von London nachgewiesen worden; am Dienstag bestätigte sich der Verdacht auf einem weiteren nahegelegenen Hof.

Privatlabor im Verdacht

Das britische Umweltministerium veröffentlichte einen Zwischenbericht, wonach der MKS-Erreger mit «hoher Wahrscheinlichkeit» aus einem Forschungszentrum in Pirbright stammt. Das Zentrum liegt rund 50 Kilometer südwestlich von London und wenige Kilometer von den beiden von MKS betroffenen Bauernhöfen entfernt.

Es beherbergt neben dem staatlichen Institut für Tiergesundheit (IAH) auch das Privatlabor Merial, das dem US-Pharmakonzern Merck und dem französischen Unternehmen Sanofi-Aventis gehört. Der Verdacht richtete sich aber zunehmend gegen die Firma Merial, die im Auftrag der Regierung Impfstoffe gegen MKS herstellt.

Der britischen Gesundheitsbehörde zufolge arbeitete Merial «umfassend» mit dem auf den betroffenen Höfen nachgewiesenen Virusstamm, das IAH dagegen nur wenig. Unklar ist weiterhin, wie das Virus aus dem Forschungszentrum in die Bauernhöfe gelangte.

(sda)

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