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Bei Zürcher SchrebergartenTierspital untersucht den verbrannten Igel

Ein Schrebergärtler löschte auf einem Spazierweg in Zürich eine brennende Schachtel – und fand darin einen teils verkohlten Igel. Woran dieser starb, klärt nun das Tierspital ab.

von
Roman Hodel

Als Peter Specker am Dienstag gegen 14.30 Uhr am Friesenberg in Zürich-Wiedikon sein Auto parkieren wollte, bemerkte er am Panoramaweg eine brennende Kartonschachtel. Vom nahen Brunnen holte er Wasser, um den Brand zu löschen. Beim näheren Hinsehen dann der Schock: «Darin lag ein halb verkohlter Igel – wie krank muss man sein, um so ein Tier zu entsorgen?», sagt Specker.

Am Panoramaweg waren zu diesem Zeitpunkt viele Spaziergänger unterwegs. «Viele blieben stehen und schüttelten entsetzt den Kopf.» Er habe dann die Stadtpolizei gerufen – diese nahm den toten Igel mitsamt der Kartonschachtel mit. Specker war eigentlich auf dem Weg zu seinem Schrebergarten. «Den haben wir seit 1981, aber so etwas habe ich hier oben noch nie gesehen.»

«Tierquälerei höchsten Grades»

In der Schachtel hätten sich diverse Zeitungen befunden. «Es sah irgendwie wie ein Nest aus» mutmasst Specker. Vielleicht habe ja dann eine andere Person eine Zigarette weggeworfen und die Schachtel damit versehentlich in Brand gesteckt. «Jetzt hoffe ich, dass man anhand der Schachtel herausfindet, wer das war – das ist Tierquälerei höchsten Grades.»

Laut Stadtpolizei-Sprecher Marco Bisa wird ein Rapport wegen Verdachts auf Tierquälerei erstellt: «Es gibt jedoch viele offene Fragen.» So sei unklar, wie die Schachtel in Brand geraten sei. Wenn sie vorsätzlich angezündet wurde, sei ebenso offen, ob die verantwortliche Person wusste, ob sich darin ein Igel befindet oder nicht. «Zudem wissen wir nicht, ob der Igel beim Legen des Feuers noch gelebt hat oder nicht.» Aus diesem Grund untersuche das Tierspital nun, woran der Igel gestorben ist.

Igel zum Fussball spielen

Bestürzt über den Vorfall ist man auch beim Verein Pro Igel: «Mein erster Gedanke war, dass jemand den Igel in der Schachtel überwintern wollte, dann feststellte, dass dieser nicht mehr lebt und ihn so entsorgen wollte», sagt Geschäftsleiter Bernhard Bader. Seltsam sei allerdings, dass dies jemand am helllichten Tag mache. «Glücklicherweise sind Igel insgesamt selten Opfer von Tierquälerei.» Pro Igel erhalte durchschnittlich eine Meldung pro Jahr. «Meist sind es Jugendliche, die das Tier etwa zum Fussball spielen missbrauchen.»

Die Polizei sucht Zeugen, die am Dienstag zwischen 14 und 14.30 Uhr im Bereich Friesenbergstrasse/Panoramaweg verdächtige Beobachtungen gemacht haben.

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