12.06.2018 14:02

Können Krankheiten übertragen

Tigermücken breiten sich weiter aus

Die Stechmücken haben sich mittlerweile in Teilen Graubündens fest niedergelassen. Verschleppt werden sie über die Nord-Süd-Achse.

von
hvw
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Die wegen der Übertragung von Dengue-Fieber gefürchtete Asiatische Tigermücke hat sich mittlerweile in vielen Regionen Europas angesiedelt. In der Region Basel wird ihre Ausbreitung nun grenzüberschreitend bekämpft.

Die wegen der Übertragung von Dengue-Fieber gefürchtete Asiatische Tigermücke hat sich mittlerweile in vielen Regionen Europas angesiedelt. In der Region Basel wird ihre Ausbreitung nun grenzüberschreitend bekämpft.

Keystone/str
Auch in Teilen Graubündens hat sich die Stechmücke ausgebreitet. Dort werden die Insekten ebenfalls mit Fallen bekämpft.

Auch in Teilen Graubündens hat sich die Stechmücke ausgebreitet. Dort werden die Insekten ebenfalls mit Fallen bekämpft.

AP/Adrin Snider
Solche Fallen für Eier der Tigermücke sind in der ganzen Region aufgestellt und werden regelmässig kontrolliert.

Solche Fallen für Eier der Tigermücke sind in der ganzen Region aufgestellt und werden regelmässig kontrolliert.

lb

Asiatische Stechmücken breiten sich in Graubünden weiter aus. Südlich der Alpen ist die Tigermücke vermehrt anzutreffen, im Süden wie im Norden die Buschmücke. Das ergab das neuste Monitoring der Behörden.

Das Monitoring im letzten Jahr umfasste die Südbündner Gebiete unteres Misox, unteres Bergell und Brusio im unteren Puschlav sowie einzelne Rastplätze entlang der Autobahn A13. Stichproben genommen wurden ausserdem im Raum Chur und Landquart.

Wie das Amt für Natur und Umwelt am Dienstag mitteilte, zeigten die Ergebnisse in den drei südlichen Misoxer Gemeinden San Vittore, Roveredo und Grono, dass die Zahl der Tigermücken gegenüber dem Vorjahr zugenommen hat. Beinahe jede zweite Eierfalle sei ein- oder mehrmals positiv besetzt gewesen.

Im Dorf Monticello in der Gemeinde San Vittore müsse sogar definitiv von einer Etablierung der Tigermücke ausgegangen werden. Im Bergell und in Brusio im Puschlav sowie nördlich des San Bernardinos hingegen wurden keine der potenziell Krankheiten übertragenden Tigermücken registriert.

Verschleppung über Autobahn

Der Bund geht davon aus, dass sich die Tigermücke auch in weiteren Regionen der Schweiz ausbreiten wird. Im Raum Basel wurde sie schon gesichtet. Weil sie Krankheiten wie das Dengue-Fieber übertragen kann, stellt sie ein potenzielles Gesundheitsrisiko dar. Dabei stellt die Autobahn A2 (Chiasso–Basel) die wichtigste Route für die passive Verschleppung dieser Mückenart dar, heisst es im Pilotprojekt des Bundes zur «Überwachung der Asiatischen Tigermücke», das 2016 abgeschlossen wurde.

Die Behörden führen das Mücken-Monitoring weiter. Die Gemeinden, in denen Steckmücken festgestellt wurden, werden angehalten, die Bevölkerung über Schutzmassnahmen zu informieren. Dazu gehört das regelmässige Trockenlegen von Wasseransammlungen (Blumenvasen, Topfuntersetzer, Abfallbehälter), welche den Mücken als Brutstätten dienen könnten.

In Gemeinden, wo sich Tigermücken etabliert haben, sind aktive Bekämpfungsmassnahmen bei den Brutstätten vorgesehen. (hvw/sda)

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