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Des einen Freud...Tigers steigen ab, Lausanne auf

Die SCL Tigers verlieren das sechste Spiel der Liga-Qualifikation gegen Lausanne 2:3 und sind damit erstmals seit 1998 nicht mehr erstklassig. Für den LHC ist es der erlösende Aufstieg nach mehreren Anläufen.

von
pre

Nach acht Saisons in der NLB ist Lausanne wieder A-klassig. Das Team von Gerd Zenhäusern bezwang die SCL Tigers im sechsten Spiel der Ligaqualifikation 3:2 und entschied die Best-of-7-Serie 4:2 für sich. Langnau steigt damit nach 15 Jahren in der NLA ab.

Nachdem Lausanne 2005 nach einem 0:4 im entscheidenden siebten Spiel gegen Basel abgestiegen war, vergaben die Waadtländer 2009 und 2010 (jeweils gegen Biel) sowie am vergangenen Samstag in Langnau (0:2) vier Matchpucks zum Wiederaufstieg. Deshalb stand ein Fragezeichen hinter dem Nervenkostüm von Lausanne. Doch die Gastgeber legten vor 9244 Zuschauern in der ausverkauften «Patinoire de Malley» los wie die Feuerwehr.

Bereits in der 1. Minute vergab Rückkehrer Oliver Setzinger eine gute Chance zur Führung. Alleine der Österreicher hätte in den ersten 20 Minuten drei Tore schiessen können. Es war beinahe ein Hohn, dass Lausanne zur ersten Pause nur mit 1:0 führte. Das Tor erzielte Verteidiger Jérémie Kamerzin, der in der elften Minute kurz nach Ablauf einer Strafe gegen die Emmentaler mit einem Direktschuss reüssierte.

Doppelschlag bricht Langnau das Genick

Wer nun mit einer heftigen Reaktion der Langnauer rechnete, sah sich getäuscht. Im Gegenteil: Alexej Dostoinow, ein Russe mit Schweizer Lizenz, erhöhte mit einem Doppelschlag innerhalb von 127 Sekunden auf 3:0 (26.) - bei beiden Toren, das zweite fiel im Powerplay, hatten Topskorer Colby Genoway und Setzinger ihren Stock im Spiel.

In der 31. Minute wäre Dostoinow, an dem der SC Bern interessiert sein soll, beinahe sein zweiter Hattrick in der National League gelungen, er traf aber nur den Pfosten. Das spielte allerdings keine Rolle, hatte doch das Heimteam lange Zeit alles im Griff. Die Langnauer brachten in den ersten 40 Minuten mickrige vier Schüsse auf das Tor des Lausanner Keepers Cristobal Huet zu Stande.

Aufbäumen erst kurz vor Schluss

Im letzten Drittel bäumten sich die Gäste doch noch auf: Sami El Assaoui (51.) und Kurtis McLean verkürzten bis zur 57. Minute auf 2:3, zweimal auf Vorarbeit von Pascal Pelletier. In der 58. Minute vergab Philippe Rytz die grosse Chance zum Ausgleich, er scheiterte aber an Huet. In den letzten 55 Sekunden konnte Langnau mit sechs gegen vier Feldspielern agieren, doch es schaute nichts mehr Zählbares heraus.

Dass die Emmentaler überhaupt auf eine späte Wende hoffen konnten, verdankten sie einzig und alleine Damiano Ciaccio. Der Keeper, der die Saison mit La Chaux-de-Fonds bestritten hatte, zeigte eine sehr starke Leistung. Ciaccio war nach dem Trainerwechsel zu Köbi Kölliker für die letzten drei Begegnungen zur Nummer 1 der SCL Tigers befördert worden.

Das Näschen von Zenhäusern

Der Aufstieg von Lausanne ist verdient, waren doch die Waadtländer das bessere Team wie die SCL Tigers. Die drei Partien vor heimischem Publikum entschieden sie mit einem Torverhältnis von 10:4 für sich. Dabei war es für den LHC alles andere als eine einfache Saison. Auch wegen zahlreicher Verletzungen schlossen sie die NLB-Qualifikation lediglich im 4. Rang ab. Ende Oktober wurde John van Boxmeer entlassen und durch den zuvor als Assistent tätigen Zenhäusern ersetzt - zu diesem Zeitpunkt lag Lausanne auf dem 6. Tabellenplatz.

Der Sohn des legendären Schweizer Nationalverteidigers Aldo Zenhäusern brachte sein Team wieder in die Spur. Auch gestern bewies er ein gutes Näschen, indem er erstmals seit dem 18. Dezember auf den von einem Kreuzbandriss genesenen Setzinger setzte. Dieser bildete zusammen mit Genoway, der die letzten vier Partien wegen einer Verletzung verpasst hatte, und Dostoinow eine Linie, welche die Emmentaler nicht in den Griff bekamen. Dennoch wird Zehnhäusern durch Heinz Ehlers ersetzt.

Der Abstieg ist für die Tigers mehr als bitter. In der zweiten Runde der Abstiegsplayoffs hatte Etienne Froidevaux die Langnauer in der sechsten Partie gegen die Rapperswil-Jona Lakers 103 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit mit 3:2 in Führung gebracht. Mit einem Sieg hätten sie den Ligaerhalt geschafft. So nah ist Glück und Leid zusammen.

Liga-Qualifikation, 6. Runde:

LAUSANNE HC - SCL Tigers 3:2 (1:0, 2:0, 0:2), Stand: 4:2.

Malley. 9244 Zuschauer (ausverkauft). SR Kurmann/Massy, Kaderli/Wüst.

Tore: 11. Kamerzin (Conz, Savary) 1:0. 24. Dostoinow (Genoway, Setzinger) 2:0. 26. Dostoinow (Genoway, Setzinger/Ausschluss McLean) 3:0. 51. El Assaoui (Pelletier) 3:1. 57. McLean (Pelletier) 3:2.

Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Lausanne, 4mal 2 Minuten gegen die SCL Tigers.

PostFinance-Topskorer: Genoway; McLean.

Lausanne: Huet; Reist, Stalder; Kamerzin, Seydoux; Jannik Fischer, Leeger; Chavaillaz; Dostoinow, Genoway, Setzinger; Antonietti, Schirjajew, Berthon; Déruns, Savary, Conz; Küng, Burki, Simon Fischer.

SCL Tigers: Ciaccio; Rytz, El Assaoui; Lardi, Valentin Lüthi; Simon Lüthi, Reber; Christian Moser; Pelletier, McLean, Bucher; Jacquemet, Adrian Gerber, Sandro Moggi; Simon Moser, Froidevaux, Brunner; Sterchi, Rexha, Leblanc; Nüssli.

Bemerkungen: Lausanne ohne Gailland, Primeau, Augsburger (alle verletzt), Ulmer und Corso (überzählige Ausländer). SCL Tigers ohne Claudio Moggi, Haas, Stettler, Genazzi, Lampman (alle verletzt), Bomersback und Popovic (überzählige Ausländer). 26. Timeout SCL Tigers. 31. Pfostenschuss Dostoinow. 57. Timeout Lausanne. Langnau ab 59:05 ohne Torhüter.

(pre/si)

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