Konzert: BE, Freitag: Tight Finks: Drei fröhliche Punker hauchen Poppiges
Aktualisiert

Konzert: BE, FreitagTight Finks: Drei fröhliche Punker hauchen Poppiges

Die Tight Finks sind weder böse noch zerstörungswütig – und für eine Punkband taufen sie am Freitag einen überraschend poppigen Viertling.

von
Denise Liebchen

Punks tragen spitzes Haar, hassen Konventionen und zerstören Innenstädte. So viel zu den Stereotypen dieser Subkultur – und nun zu den Tight Finks: «Wir sind eher die fröhliche Sorte Punks, die ihre Kritik am System lieber in die Musik packen», erklärt Drummer Avarel. «Auch die Simpsons oder Helge Schneider sind Punks, wenn sie die Gesellschaft intelligent verarschen.» Mit zwei wachen Augen wollen Avarel, Gitarrist Jamous T.B. und Bassist Bix durch ein freies Leben stampfen, ab und an das nötige Kleingeld für Plattensammlungen selbst verdienen und ihren fadengraden '77-Punkrock auf der Bühne predigen.

Das klappt auch seit 13 Jahren in 17 Ländern ganz gut. Der Bekanntheitsgrad wächst dank energischer Konzerte. Jedes Album ist ein grösserer Schwapp über den Underground hinaus – doch das freut nicht alle: «Mancher Fan wirft uns ‹anschleichenden Mainstream› vor, auch weil wir diesen Sommer auf dem Gurten spielen», bedauert Avarel, der sich dennoch sehr auf die Waldbühne freut. Denn die Tight Finks haben nichts dagegen, noch bekannter zu werden. Und der Hauch von Pop auf ihrem Viertling «A Handful of Cheap Tricks» hilft da sicher mit. Zum Schluss sei noch klargestellt: Entgegen Medienberichten kommt das Trio nicht aus Thun – dem Tor zum Oberland haben die Finken viel zu verdanken, aber Stadtberner sind sie dann doch mehr.

Taufe

Am Freitag überraschen ­die Finken nicht nur mit einem ­etwas ­poppigeren und sehr ­guten vierten Studioalbum. Nein, sie taufen es im ­Innenhof der Reitschule unplugged-­nackig. Akustisch präsentiert sich das sonst stromabhängige Trio ab 22 Uhr.

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