189 km/h ausserorts - Tiktok-Video zeigt Raser-Exzess auf Aargauer Landstrasse
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189 km/h ausserortsTiktok-Video zeigt Raser-Exzess auf Aargauer Landstrasse

Im Netz kursierte ein Video, in dem ein Raser mit 189 km/h über eine Aargauer Landstrasse donnert. «Ermittlungen gegen solche Videos sind oft zum Scheitern verurteilt», so ein Sprecher der Kantonspolizei Aargau.

von
Michelle Muff

Mehr als doppelt so schnell als die gesetzlich erlaubte Tempolimite rast dieser Fahrer über eine Landstrasse. Die Raserei postet er als Video auf Tiktok.

Tiktok/20M

Darum gehts

  • Ein Tiktok-Video zeigt, wie ein Autofahrer mit 189 km/h über eine Landstrasse rast.

  • Ein Sprecher der Kantonspolizei Aargau sagt, dass es bei solchen Videos schwierig sei, die Fahrer auszumachen.

  • Spezialisten würden sich das Video aber anschauen.

Mit 189 donnert der Fahrer über eine Landstrasse. Nach einer Kurve kommt ihm auf der Gegenfahrbahn ein anderes Auto entgegen. Als in der Ferne ein Kreisel ersichtlich wird, fängt der Fahrer an abzubremsen. Diese Szenen spielen sich in einem Video ab, das in den vergangenen Tagen auf Tiktok kursierte. Schauplatz der Raserei ist eine Strasse ausserorts in der Nähe von Brugg AG – dort gilt eigentlich ein Tempolimit von 80km/h.

Auch bei Leser I.K.* ist das Bild in der Tiktok-Timeline aufgetaucht. Er kann das Verhalten des Fahrers nicht nachvollziehen: «So einer ist einfach ein Trottel. Wer mit 180 über eine Landstrasse fährt, ist schlicht verantwortungslos.» Er sei auf Social Media schon öfter auf solche Raser-Videos, die in der Schweiz aufgenommen wurden, gestossen. «Ich verstehe nicht, wieso man das ins Netz stellen muss. Eine Dummheit zu begehen, bei der man nur sich selbst gefährdet, ist eine Sache. Bei solchen Rasereien können aber auch Unschuldige schwer zu Schaden kommen.»

«Ermittlungen oft zum Scheitern verurteilt»

Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei Aargau, sagt, dass die Kapo regelmässig Hinweise auf Raser-Videos erhalte. «Oder wir stossen bei Ermittlungen selber auf solche Inhalte.» Anfang des Jahres sei nun sogar eine Taskforce ins Leben gerufen worden, die rund um das Thema der Autoposer ermittelt: «Diese umfasst auch Videos, die auf Social Media im Umlauf sind.»

Die Ermittlungen gestalten sich laut Graser jedoch oftmals schwierig: «Obwohl diese Videos häufig grobe Verkehrsdelikte zeigen, ist es oft schwierig, die Person am Steuer zu identifizieren und ihr damit die Verstösse eindeutig nachzuweisen.» Weil solche Ermittlungen oft zum Scheitern verurteilt seien, richten sie ihre begrenzten Ressourcen auf Fälle, bei denen die Erfolgsaussichten grösser seien: «Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn wir bereits gegen eine Person ermitteln und dann noch belastende Videos hinzukommen.»

Spezialisten schauen sich das Video an

Das oben beschriebene Video sei Graser nicht bekannt: «Unsere Spezialisten werden sich dieses aber näher anschauen.» Der Clip sowie der Account, der das Video veröffentlich hat, wurden inzwischen von der Social-Media-Plattform gelöscht. Der Verfasser des Videos konnte nicht identifiziert werden. Gemäss der Person, die auf dem Profilbild des Raser-Accounts ersichtlich ist, handle es sich um einen Fake-Account: «Jemand hat dieses Video auf einem gefälschten Profil mit Bildern von mir veröffentlicht.»

*Name geändert

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