Biometrische Informationen - Tiktok will neu Gesichter und Fingerabdrücke abspeichern
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Neue AGBTiktok will neu Gesichter und Sprachabdrücke abspeichern

Das Kurzvideo-Unternehmen will künftig von Nutzerinnen und Nutzern in den USA biometrische Daten sammeln und auswerten. Wozu diese benutzt werden, ist nicht klar.

von
Dominique Zeier
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Tiktok hat seine AGB erneuert. 

Tiktok hat seine AGB erneuert.

Unsplash
Neuerungen sind bei der Privatsphäre-Regelung zu finden. 

Neuerungen sind bei der Privatsphäre-Regelung zu finden.

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So darf Tiktok in den USA künftig biometrische Daten seiner Nutzerinnen und Nutzer auswerten. 

So darf Tiktok in den USA künftig biometrische Daten seiner Nutzerinnen und Nutzer auswerten.

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Darum gehts

  • Tiktok hat seine AGB angepasst.

  • Neu darf das Unternehmen biometrische Daten von Nutzerinnen und Nutzer in den USA sammeln.

  • Dazu gehören Gesichts- und Sprachabdrücke.

  • Wozu diese Informationen genau verwendet werden, ist nicht klar.

Tiktok hat am Mittwoch ihre Privatsphäre-AGB angepasst. Neu heisst es darin, dass in den USA «biometrische Identifikatoren und biometrische Informationen gesammelt werden können». Dabei handelt es sich um Daten wie beispielsweise den Gesichtsabdruck oder die Aufnahme der Stimme, die aus den heraufgeladenen Clips herausgelesen werden können, wie techcrunch.com berichtet.

So heisst es in einer neuen Sektion der Tiktok-AGB: «Tiktok kann Informationen über die Bilder und Tonaufnahmen der Inhalte von Userinnen und Usern sammeln. Dazu gehört beispielsweise die Identifizierung von Objekten und Szenerie, die in einem Clip erscheinen, die Existenz und Position von Gesichts- und Körpermerkmalen und -Attributen innerhalb eines Bildes und die Art an Ton- und Sprachaufnahme, die in den Clips verwendet wird.»

Erkennungs-Tools

Die Anwendung solcher Erkennungs-Tools ist nichts Neues. Andere Social-Media-Plattformen verwenden ebenfalls solche Objekt-Erkennungs-Technologien, um die Zugänglichkeit beispielsweise für Personen mit Seh- oder Hörbehinderungen zu erleichtern. So können gewisse Tools beispielsweise verbal beschreiben, was auf einem Instagram-Bild zu sehen ist oder automatische Untertitel generieren.

Tiktok geht aber noch einen Schritt weiter und beschreibt, dass die gesammelten Daten unter anderem für spezielle Video-Effekte, die Moderation der Inhalte, die Klassifizierung ihrer Demografie und Werbung benutzt werden können.

Vager bleibt das Unternehmen, was die Auswertung der Gesichts- und Sprachabdrücke seiner Nutzerinnen und Nutzer angeht. Dazu heisst es in den neuen AGB nur: «Wir können biometrische Informationen gemäss US-Gesetzen von User-Inhalten sammeln. Gemäss geltenden Rechts müssen wir zuvor die dafür benötigte Erlaubnis von dir erfragen.» Wofür diese Daten benutzt werden, bleibt offen.

Vertrauen zurückgewinnen

Bisher gelten diese Anpassungen der AGB nur für US-amerikanische Nutzerinnen und Nutzer. Ob die neue Regelung bald auch weltweit eingeführt wird, bleibt noch offen. Die Änderungen kommen aber in einer Zeit, in welcher Tiktok hart daran arbeitet, das Vertrauen seiner Nutzerinnen und Nutzer zurückzugewinnen. Denn dieses wurde während der Präsidentschaft von Donald Trump erschüttert, als Trump versuchte, Tiktok in den USA gänzlich sperren zu lassen. Als Grund wurden Sorgen um die Datensicherheit der Nutzerinnen und Nutzer der chinesischen App angeführt.

Denn die App sammle unter anderem sensible Daten wie GPS-Informationen, IP-Adressen, Batteriestatus des Handys, Tippverhalten der Nutzerinnen und Nutzer, sowie Sim-Karten-Informationen. Tiktok hat jedoch mehrfach versichert, zu keiner Zeit Daten mit der chinesischen Regierung geteilt oder gewisse Inhalte absichtlich zensiert zu haben. Zu einem Tiktok-Bann in den USA kam es schliesslich nicht.

Digital-Push

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