04.06.2015 21:20

Gegen Datensammelwut

Tim Cook prangert Google und Facebook an

Apple-CEO Tim Cook ist als «Vorkämpfer für Freiheit» ausgezeichnet worden und schiesst scharf gegen die Konkurrenz.

von
pst
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Zum wiederholten Mal hat Apple-CEO Tim Cook die Datensammelwut konkurrierender Unternehmen kritisiert. Dies, um das eigene Unternehmen von den Mitbewerbern abzugrenzen.

Zum wiederholten Mal hat Apple-CEO Tim Cook die Datensammelwut konkurrierender Unternehmen kritisiert. Dies, um das eigene Unternehmen von den Mitbewerbern abzugrenzen.

AP/Richard Drew
Auch wenn er seine Kritik nicht an ein bestimmtes Unternehmen adressiert hat, ist klar, dass Tim Cook vor allem die Geschäftspraktiken von Facebook ...

Auch wenn er seine Kritik nicht an ein bestimmtes Unternehmen adressiert hat, ist klar, dass Tim Cook vor allem die Geschäftspraktiken von Facebook ...

AP/Jeff Chiu
... und Google anprangert. Erst vergangene Woche hatte Anil Sabharwal, Direktor von Google Fotos, die neue App zur Verwaltung von Fotos und Videos vorgestellt.

... und Google anprangert. Erst vergangene Woche hatte Anil Sabharwal, Direktor von Google Fotos, die neue App zur Verwaltung von Fotos und Videos vorgestellt.

AP/Jeff Chiu

Auf einer Veranstaltung der US-amerikanischen Datenschutzorganisation Electronic Privacy Information Center (EPIC) hat Apple-Chef Tim Cook zum wiederholten Mal zum Rundumschlag gegen die Konkurrenz ausgeholt. Er sprach sich gegen Geschäftsmodelle aus, die auf dem Sammeln und Auswerten von Nutzerdaten basieren.

Für Cook müssen Privatsphäre und Sicherheit gleichermassen gewährleistet sein, wie er in einem Videoauftritt anlässlich des Champions of Freedom Awards Dinner («Vorkämpfer für Freiheit») betonte. Der Apple-CEO ist vom EPIC als erster Vertreter aus der IT-Branche für sein Engagement im Bereich Datenschutz, Privatsphäre und Sicherheit ausgezeichnet worden.

«Fundamentales Recht auf Privatsphäre»

Apple wolle kein Datensammler sein, liess Cook in seiner Video-Ansprache aus dem Silicon Valley verlauten. Damit versuche er, sich und seinen Konzern, wie schon letztes Jahr im Zusammenhang mit dem NSA-Skandal, von der Konkurrenz abzugrenzen. «Wir glauben, dass die Menschen ein fundamentales Recht auf Privatsphäre haben», liess Cook verlauten.

Im IT-Mekka der USA basierten die Geschäftsmodelle einiger der grössten Unternehmen darauf, Kunden bezüglich ihrer persönlichen Daten einzulullen. «Sie sammeln alles, was sie kriegen können, um damit Geld zu verdienen. Wir glauben, dass das falsch ist. Und das ist nicht die Art Firma, die Apple sein will.»

Fotos am Cook'schen Pranger

Der CEO des iPhone-Herstellers nannte bei seiner Kritik zwar keine Namen, dass er mit den «bekanntesten und erfolgreichsten Unternehmen» vor allem Facebook und Google meinte, dürfte wohl klar sein. Erst letzte Woche hatte Google an der I/O-Entwicklerkonferenz den Gratis-Bilderdienst Fotos lanciert, mit dem Nutzer unbegrenzt Fotos und Videos auf den Google-Servern speichern können.

Cook sprach in dem Zusammenhang von «sogenannt kostenlosen Diensten». Es könne gut sein, dass derartige Services den Nutzern zwar gefallen würden. Für Apple seien die Kunden es aber nicht wert, dass jetzt sogar Familienfotos nach Daten durchsucht und für undurchsichtige Werbezwecke ausverkauft würden. Der Apple-Chef appellierte diesbezüglich an die Mündigkeit der User: «Wir glauben, dass Verbraucher dies eines Tages erkennen werden.»

Auch Apple sammelt Daten

Tim Cooks jüngste Worte in des Datenschützers Ohr, doch darf man bei der Bemühung um Abgrenzung seitens des Apple-Chefs nicht vergessen, dass auch der Konzern aus Cupertino Daten sammelt. Das Werbeprogramm iAd beispielsweise ermöglicht es Firmen, mögliche Kunden mithilfe anonymisierter Mail- und Telefondaten gezielt zu kontaktieren.

Zudem war Apple letztes Jahr nicht in der Lage, die Privatsphäre zahlreicher Promis zu gewährleisten. Damals war es Hackern gelungen, Nacktbilder von Hollywood- und anderen Stars wie etwa Jennifer Lawrence aus der iCloud zu stehlen und zu veröffentlichen.

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