«Time»: Putin ist «Person des Jahres»
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«Time»: Putin ist «Person des Jahres»

Das US-Nachrichtenmagazin «Time» hat den russischen Präsidenten Wladimir Putin zur «Person des Jahres» 2007 ernannt. Er habe «sein Land mit Getöse zurück an den Tisch der Weltmächte gebracht», begründet das Blatt seine Wahl.

Es sei zudem eine ausserordentliche Führungsleistung, ein Land aus dem Chaos zur Stabilität zu führen, sagte der geschäftführende Redakteur Richard Stengel am Mittwoch dem Fernsehsender NBC. Putin stach dabei Rivalen wie den ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore und die britische Autorin J.K. Rowling aus.

Die Redakteure von «Time» betrachten Putin als den Menschen, der den grössten Einfluss auf die Ereignisse dieses Jahres hatte, unabhängig davon ob im Schlechten oder im Guten. Daher gebühre ihm der Platz auf der nächsten Titelseite.

«Er ist kein guter Kerl, aber er hat ausserordentliche Dinge getan», sagte Stengel. «Er ist der neue Zar Russlands und er ist gefährlich in dem Sinne, dass er sich um die Bürgerrechte nicht kümmert. Er schert sich nicht um die Redefreiheit, er kümmert sich um Stabilität. Und Stabilität ist das, was Russland braucht. Deswegen wird er von den Russen angehimmelt.»

Die Wahl Putins sei einer Anerkennung für Putins Rolle dabei, Russland seinen Nationalstolz zurückzugeben, sagte ein Kreml- Sprecher. Die Sorgen der «Time»-Redaktion zur Freiheit in Russland wies er als «Stereotypen aus der Vergangenheit» zurück.

Eine Sprecherin des US-Präsidialamts bezeichnete Putin als «sehr faszinierende Figur der modernen Geschichte», lehnte weitere Kommentare jedoch ab.

Putin ist bereits der fünfte Kreml-Chef, der zur Person des Jahres gewählt wurde: Josef Stalin erhielt den Titel gleich zweimal, Nikita Chruschtschow, Juri Andropow und Michail Gorbatschow je einmal. (sda)

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