New York: Times-Square-Bomber vor Gericht
Aktualisiert

New YorkTimes-Square-Bomber vor Gericht

Der mutmassliche Urheber des gescheiterten Attentats auf den New Yorker Times Square, Faisal Shahzad, ist zu einer ersten Anhörung vor Gericht erschienen.

Zweieinhalb Wochen nach dem gescheiterten Bombenanschlag äusserte sich der US-Bürger pakistanischer Herkunft am Dienstag vor Gericht nicht dazu, ob er auf schuldig oder nicht schuldig plädiert. Dem 30-Jährigen werden unter anderem der versuchte Einsatz von Massenvernichtungswaffen und versuchter Terrorismus vorgeworfen. Im Falle einer Verurteilung droht ihm lebenslange Haft.

Der mutmassliche Bombenleger wurde am 3. Mai in New York nach einer zweitägigen Grossfahndung in einem startbereiten Flugzeug nach Dubai festgenommen. Shahzad hat Behördenangaben zufolge bereits gestanden, am 1. Mai auf dem Times Square einen mit einem Sprengsatz beladenen Geländewagen geparkt zu haben. Er gab demnach an, während eines fünfmonatigen Aufenthalts in Pakistan im Bombenbau ausgebildet worden zu sein.

Verdächtiger Times Square

Unter dem Eindruck des geplanten Anschlags sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats der USA, Mike Hammer, sein Land werde nun die Anstrengungen verdoppeln, gegen Rückzugsgebiete für Terroristen vorzugehen. Dies werde in enger Zusammenarbeit mit den pakistanischen Behörden geschehen.

CIA-Direktor trifft pakistanischen Präsidenten

CIA-Direktor Leon Panetta und der Sicherheitsberater des Weissen Hauses, Jesse James, trafen sich zu diesem Zweck am Mittwoch mit dem pakistanischen Präsidenten Asif Ali Zardari in Islamabad. Auch Gespräche mit Sicherheitskräften und dem pakistanischen Geheimdienst sind geplant.

Nach seiner Festnahme wurde Shahzad von einem neuen Elite-Team für das Verhör von Terrorverdächtigen vernommen, wie der Berater des Weissen Hauses für Heimatschutz und Terrorabwehr, John Brennan, erklärte. Die Ermittler hätten in den vergangenen Monaten bereits mehrere Verdächtige in den USA und im Ausland verhört. Nach Angaben aus Regierungskreisen gehören dem sogenannten HIG-Team Mitarbeiter des Geheimdienstes CIA, der Bundespolizei FBI und des Verteidigungsministeriums an. Ein New Yorker Anwalt beschuldigte die Behörden unterdessen, Shahzads Rechte mit geheimen Verhören zu verletzen.

Über ein Motiv für den gescheiterten Anschlag ist offiziell noch nichts bekannt. Shahzad hatte sich aber in E-Mails beklagt, dass sich Muslime dem Druck des Westens beugten. «Jeder weiss doch, wie wir weltweit erniedrigt werden», schrieb er Ende Februar an einen Freund. Die E-Mails liegen der Nachrichtenagentur AP vor. (dapd)

Deine Meinung