Aktualisiert 12.02.2015 09:46

«Sie galt als schwierig»

Tina Maze musste um ihre Stöckli-Ski kämpfen

Das erfolgreichste Duo der Ski-WM: Tina Maze und Stöckli. Dabei lehnte der Schweizer Ski-Hersteller eine Zusammenarbeit einst ab.

von
Alexandra Stäuble
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Tina Maze gibt am 7. Mai 2015 bekannt, dass sie im Ski-Weltcup eine einjährige Auszeit nimmt und danach über ihren weiteren Karriere-Verlauf entscheiden wird.

Tina Maze gibt am 7. Mai 2015 bekannt, dass sie im Ski-Weltcup eine einjährige Auszeit nimmt und danach über ihren weiteren Karriere-Verlauf entscheiden wird.

AFP/Alain Grosclaude/agence Zoom
Die neunfache WM-Medaillengewinnerin und Doppel-Olympiasiegerin von Sotschi hat ihre Skifirma Stöckli um Zeit zum Nachdenken gebeten. Seit 2008 ist die 31-Jährige mit dem Material aus der Schweiz unterwegs.

Die neunfache WM-Medaillengewinnerin und Doppel-Olympiasiegerin von Sotschi hat ihre Skifirma Stöckli um Zeit zum Nachdenken gebeten. Seit 2008 ist die 31-Jährige mit dem Material aus der Schweiz unterwegs.

Keystone/Francis Bompard / Vail 2015
Als sich Maze 2007 erstmals für Stöckli interessierte, wurde die Slowenin abgelehnt. Ein Jahr später klopfte sie erneut an - und kriegte einen Vertrag.

Als sich Maze 2007 erstmals für Stöckli interessierte, wurde die Slowenin abgelehnt. Ein Jahr später klopfte sie erneut an - und kriegte einen Vertrag.

AFP/Christophe Pallot/agence Zoom

Tina Maze weiss, was sie will. Stöckli wusste es auch, als sie ihr 2007 eine Absage erteilte: «Sie galt als schwierig, passte nicht wirklich zu uns», erklärt Walter Reusser von der Firma Stöckli. Ein Glück, dass die Slowenin 2008 noch einmal anklopfte und unter Vertrag genommen wurde.

Spätestens seit ihren drei Medaillen an der WM in Beaver Creek ist sie für das Schweizer Unternehmen Gold wert. «Eine Athletin, die alle Disziplinen fährt und so praktisch jeden Tag im TV ist: Ein Wunschszenario», schwärmt Reusser. Das Engagement der 33-jährigen Allrounderin bedeutet für das Traditions-Unternehmen (250 Mitarbeiter) mit Sitz in Malters LU einen «Heidenaufwand».

«Klein, aber fein» lautet das Motto, das Stöckli verfolgt und Reusser stolz als typisch schweizerisch bezeichnet. Das Know-how, das Wissen, einer Athletin in sämtlichen Disziplinen Top-Material zur Verfügung zu stellen, ist gefragt. Und so macht man sich bei Stöckli auch keine Sorgen, sollte Maze Ende Saison aufhören. «Auf dieses Paket schielt der eine oder andere Athlet.» Wer sich am Maze-Setup erfreuen darf, wird noch nicht verraten. «Wir sind an Top-Athleten dran», versichert Reusser.

Küng testete Stöckli

Beinahe hätte Stöckli den ganz grossen WM-Coup gelandet: «Patrick Küng testete vergangenen Frühling mit uns, entschied sich dann aber dagegen.» Ein Nein, das ohne Zähneknirschen akzeptiert wurde. «Ein Materialwechsel ist immer mit gewissen Risiken verbunden. Küng hatte einen starken Winter 2013/14 und entschied sich dafür, beim Altbewährten zu bleiben.» An der WM war Stöckli einzig mit einer Swiss-Ski-Athletin vertreten: Nadja Jnglin-Kamer.

Die Schweizer sind heiss auf die WM-Modelle

Die Ski, die derzeit an der WM zum Einsatz kommen, sind gefragt. So sehr, dass sich ein Stöckli-Mitarbeiter derzeit ausschliesslich um die Anfragen via Mail oder Telefon kümmert. Noch müssen sich die Ski-Fans hierzulande gedulden. Die Modelle, mit welchen Tina Maze in Nordamerika auf Medaillenjagd geht, stehen erst ab dem 2. März 2015 zum Verkauf. Gut möglich, dass die Regale und Keller der Geschäfte nach dem ersten Verkaufstag leer sind. «Wir erwarten einen riesigen Ansturm», so Walter Reusser von der Firma Stöckli. Der Preis für einen Renn-Ski liegt bei 940 Franken.(als)

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