Dating-Sicherheit: Tinder will Vorstrafen seiner Userinnen und User anzeigen lassen
Publiziert

Dating-SicherheitTinder will Vorstrafen seiner Userinnen und User anzeigen lassen

Sexuelle Übergriffe, Gewaltverbrechen und Belästigungen sollen nicht länger verborgen bleiben: Tinder führt auf der Dating-App Background-Checks ein.

von
Dominique Zeier
1 / 5
Tinder führt einen Background-Check in seiner App ein.

Tinder führt einen Background-Check in seiner App ein.

Unsplash
Damit soll das Online-Daten sicherer werden.

Damit soll das Online-Daten sicherer werden.

Unsplash
Der Check zeigt vergangene Straftaten oder Übergriffe an, die öffentlich zugänglich sind.

Der Check zeigt vergangene Straftaten oder Übergriffe an, die öffentlich zugänglich sind.

REUTERS

Darum gehts

  • Online-Dating birgt Gefahren, da man leicht vorgeben kann, jemand anderes zu sein, als man ist.

  • Daher will Tinder nun Background-Checks einführen.

  • So soll überprüft werden können, ob der Match Vorstrafen oder einen kriminellen Hintergrund hat.

  • Bislang beschränkt sich die neue Funktion auf die USA.

Wer sich mit Personen, die man über das Internet kennengelernt hat, trifft, setzt sich immer einem gewissen Risiko aus. Ist die andere Person wirklich, wer sie vorgibt zu sein? Um diese Unklarheit zumindest ein bisschen zu beseitigen, hat Tinder angekündigt, dass in den USA künftig Hintergrund-Checks zu den Profilen auf der Dating-App durchgeführt werden können.

Diese werden durch das Nonprofit-Unternehmen Garbo angeboten. Garbo ist darauf spezialisiert, öffentliche Urkunden und Dokumente zu durchsuchen, die Hinweise auf vergangene Verbrechen wie Gewaltausübung oder Missbrauch geben. Match, das Unternehmen hinter Tinder, zu dem auch die Services OkCupid, Plenty of Fish, Pairs und Hinge gehören, hat laut Cnet.com eine grosse Menge an Geld für die Zusammenarbeit mit Garbo aufgewendet. Wie gross dieser Betrag genau ist, ist nicht öffentlich bekannt.

Kriminelle Taten anzeigen lassen

Um solche Background-Checks durchzuführen, sollen bereits der Vorname und die Telefonnummer einer Person ausreichen. Diese sollen in der Tinder-App eingegeben werden können und schon werden den Nutzerinnen und Nutzern in den USA mögliche kriminelle Taten ihrer Matches angezeigt.

Noch offen ist, wie lange solche Informationen nach der Tat über Tinder einzusehen sind und was mit Personen geschieht, die für ihre Straftat eine Gefängnisstrafe abgesessen haben. Darüber haben sich Tinder und Garbo noch nicht geäussert.

Garbo streicht aber einen wichtigen Punkt heraus: Aufgrund der ungleichen Behandlung von PoC, also People of Color, durch das Rechtssystem in den USA werden Delikte, die im Zusammenhang mit Drogenbesitz und Verkehrsstrafen stehen, nicht mit in die Backgroundchecks einbezogen. Denn diese Personen-Gruppen werden laut Garbo unverhältnismässig häufiger wegen Drogenbesitzes festgenommen als weisse Personen.

Einführung in den nächsten Monaten

Die Background-Checks sollen laut Tinder noch dieses Jahr eingeführt werden. Erste Tests sollen bereits in den nächsten Monaten starten. Ob sie bei Erfolg auch in weiteren Ländern ausserhalb der USA eingesetzt werden wird, ist noch nicht bekannt. Ebenfalls unklar ist, ob die Background-Checks Teil der Gratis-Funktionen von Tinder werden sollen, oder ob Nutzer und Nutzerinnen dafür bezahlen werden müssen.

Wirst du oder wird jemand, den du kennst, sexuell belästigt?

Hier findest du Hilfe:

Belästigt.ch, Onlineberatung bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz

Verzeichnis von Anlaufstellen

Digital-Push

Wenn du den Digital-Push abonnierst, bist du über News und Gerüchte aus der Welt von Whatsapp, Snapchat, Instagram, Samsung, Apple und Co. informiert. Auch erhältst du Warnungen vor Viren, Trojanern, Phishing-Attacken und Ransomware als Erster. Weiter gibt es Tricks, um mehr aus deinen digitalen Geräten herauszuholen.

So gehts: Installiere die neuste Version der 20-Minuten-App. Tippe unten rechts auf «Cockpit», dann «Einstellungen» und schliesslich auf «Push-Mitteilungen». Beim Punkt «Themen» tippst du «Digital» an – et voilà!

Deine Meinung