Aktualisiert 06.04.2020 17:40

Ab Dienstag

Tirol hebt die Quarantäne auf

Als eines der ersten europäischen Länder will Österreich kleine Läden wieder öffnen. Im Tirol wird am Dienstag zudem die Quarantäne für fast alle Gemeinden aufgehoben.

von
vro
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Schon nach Ostern sollen in Österreich die Corona-Massnahmen gelockert werden.

Schon nach Ostern sollen in Österreich die Corona-Massnahmen gelockert werden.

Reuters/Pool
Das gab Bundeskanzler Sebastian Kurz am Montag bekannt.

Das gab Bundeskanzler Sebastian Kurz am Montag bekannt.

epa/Helmut Fohringer / Pool
Geplant ist, dass ab dem 14. April kleine Geschäfte und Bau- und Gartenmärkte unter strengen Auflagen wieder öffnen.

Geplant ist, dass ab dem 14. April kleine Geschäfte und Bau- und Gartenmärkte unter strengen Auflagen wieder öffnen.

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Nach Ostern soll in Österreich in der Corona-Krise der langsame Weg zurück in Richtung Normalität beginnen. Ziel sei es, dass ab dem 14. April kleine Geschäfte sowie Bau- und Gartenmärkte unter strengen Auflagen wieder öffnen dürfen, teilte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Montag in Wien mit.

Ab 1. Mai sollen dann alle Geschäfte, Einkaufszentren und Friseure wieder öffnen dürfen. Hotels und die Gastronomie sollen frühestens Mitte Mai folgen. Die Ausgangsbeschränkungen werden allerdings bis Ende April verlängert, die Schulen bleiben bis Mitte Mai zu. Veranstaltungen sollen bis Ende Juni nicht stattfinden. Zudem wird das Tragen eines Mundschutz künftig nicht nur in Supermärkten und Drogerien zur Pflicht.

Soziale Kontakte weiterhin meiden

«Die schnelle und restriktive Reaktion gibt uns jetzt auch die Möglichkeit, schneller wieder aus dieser Krise herauszukommen», sagte Kurz. «Allerdings nur, wenn wir weiter alle konsequent die Massnahmen einhalten und so gut zusammenstehen, wie wir das bisher gemacht haben.»

Vor allem mit Blick auf das Osterfest bat Kurz die Menschen darum, weiter soziale Kontakte zu meiden und voneinander Abstand zu halten. Er fügte hinzu: «Bleiben sie zusammen mit den Menschen, mit denen sie gemeinsam wohnen.»

Tirol hebt Quarantäne auf

Österreich läuft seit dem 16. März auf Minimalbetrieb: Mit Ausnahme von Lebensmittelgeschäften und Drogerien ist der Einzelhandel geschlossen, sämtliche Lokale und Restaurants sind ebenfalls zu. Ausserdem gelten Ausgangsbeschränkungen, das Zusammenstehen in Gruppen ist nicht erlaubt.

Im besonders betroffenen Bundesland Tirol gilt die Quarantäne, mit kleinen Ausnahmen, für alle 279 Gemeinden noch bis morgen Dienstag. Die Menschen durften dort seit 18. März ihren Wohnort nur mit triftigem Grund verlassen.

Eigentlich sollte die Vollquarantäne bis Ostermontag gelten, am Dienstag verkündete die Landesregierung aber die frühzeitige Lockerung. Von der Aufhebung ausgenommen sind etwa St. Anton, das Paznauntal und Sölden.

Auch im Bundesland Salzburg stehen Gemeinden unter Quarantäne, darunter etwa das bei Wintersportlern beliebte Saalbach-Hinterglemm.

Massnahmen scheinen zu wirken

Zuletzt wurde deutlich, dass diese Massnahmen offensichtlich wirken: Die Zahl der bestätigten Infektionen mit Sars-CoV-2 steigt seit mehreren Tagen nur noch langsam an, die Zahl der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen stagniert. Mit Stand Montag, 8.00 Uhr, gab es in Österreich 12 008 bestätigte Infektionen - das entspricht rund 136 Fällen pro 100 000 Einwohnern.

Die tägliche Steigerungsrate bei den Neuinfektionen lag zuletzt bei rund zwei Prozent - im Vergleich zu 20 Prozent und mehr zu Beginn der Massnahmen Mitte März. Seit Samstag steigt zudem die Zahl der Genesenen schneller als die der neu bestätigten Fälle. Weniger als 3 aus 100 000 Menschen infizieren sich in Österreich derzeit pro Tag neu mit Sars-CoV-2.

Andere Länder wollen nachziehen

Österreich ist eines der ersten europäischen Länder, das im Kampf gegen das Coronavirus seine Massnahmen schon direkt nach Ostern wieder etwas lockern will. Auch in Dänemark hat Regierungschefin Mette Frederiksen angekündigt, das Land wahrscheinlich nach Ostern schrittweise wieder öffnen zu wollen. Einen genauen Plan hat sie aber noch nicht vorgelegt.

In Tschechien wird aktuell über kleinere Ausnahmeregelungen für den Handel diskutiert, das Minderheitskabinett ist in dieser Frage aber heftig zerstritten. (vro/sda)

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