Aktualisiert 08.07.2010 19:31

Kulturfrust

Tobi Gmürs Studio schliesst seine Tore

Die Rock-Stadt Luzern hat ab Ende Juli ein Tonstudio weniger: Mothers-Pride-Sänger Tobi Gmür schliesst sein Chevalac-Studio.

von
Martin Erdmann
Tobi Gmür macht Schluss. (Bild: mer)

Tobi Gmür macht Schluss. (Bild: mer)

Gmür ist ein Urgestein der Luzerner Musikszene: 20 Jahre ist er nun schon dabei und seit dreieinhalb Jahren Besitzer des Chevalac-Studios in Littau. In diesem entstanden unter anderem Alben von Lokalgrössen wie Alvin Zealot, Baby Genius oder Seed of Pain. Jetzt hat Gmür genug – Ende Juli schliesst er das Studio. Gründe dafür gibt es viele: magerer Lohn, zu wenig Zeit für Kreativität – und vor allem Ärger über die Luzerner Kulturszene. «Der Luzerner Fuka-Fonds arbeitet nach dem Giesskannen-Prinzip», kritisiert Gmür. Zu viel Geld fliesse zu Bands, die es mit der Musik nicht wirklich ernst meinen. «Die Qualitätskontrolle ist viel zu niedrig», so Gmür. So blieben einige seiner Produktionen in den CD-Regalen liegen, weil die Bands noch gar nicht reif fürs Studio waren.

Alvin Zealot hingegen, Best Talent Act von DRS 3 im Juni, mussten für die Produktion ihres Erstlings ohne Fördergelder auskommen: Der Bezug zur Stadt habe gefehlt. «Ein enttäuschender und fragwürdiger Entscheid», meint Sänger Beni Bucher (19). Denn die Band habe immerhin schon rund 30 Konzerte in der Stadt gespielt. Der Fuka-Fonds wollte gestern keine Stellung nehmen.

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