Aktualisiert 25.04.2019 11:26

Mädchen stirbt in BernTochter (8) gefoltert, damit sie mehr isst

Mit Schlägen wollte ein Vater seine achtjährige Tochter zum Essen und zu Sport zwingen. Das Kind starb, nun müssen sich die Eltern vor Gericht verantworten.

von
cho
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Weil ihre gemeinsame Tochter (8) im Spital verstarb und schwere Misshandlungsanzeichen aufwies, müssen sich zwei Personen derzeit vor Gericht verantworten.

Weil ihre gemeinsame Tochter (8) im Spital verstarb und schwere Misshandlungsanzeichen aufwies, müssen sich zwei Personen derzeit vor Gericht verantworten.

Keystone/Peter Klaunzer
Das Mädchen soll von seinem Vater aus Eritrea fast täglich geschlagen worden sein. Der Mann wollte das Kind mit den Schlägen zum Essen und zu mehr Sport zwingen.

Das Mädchen soll von seinem Vater aus Eritrea fast täglich geschlagen worden sein. Der Mann wollte das Kind mit den Schlägen zum Essen und zu mehr Sport zwingen.

Keystone/Peter Klaunzer
Das Mädchen wurde im Februar 2018 in ein Berner Spital eingewiesen. Der Körper war übersät mit Hämatomen.

Das Mädchen wurde im Februar 2018 in ein Berner Spital eingewiesen. Der Körper war übersät mit Hämatomen.

Keystone/Gaetan Bally

Der Fall sorgte im Februar 2018 landesweit für Schlagzeilen. Ein achtjähriges Mädchen erlag in einem Berner Spital seinen schweren Verletzungen. Laut der Kantonspolizei Bern deutete alles darauf hin, dass das Mädchen aus Eritrea misshandelt worden war. Am Mittwoch mussten sich nun die Eltern des Kindes vor Gericht verantworten und brachten Licht in den düsteren Fall: Während fast drei Monaten soll der 40-Jährige Vater das Kind auf folterähnliche Art und Weise malträtiert haben, schreibt die «Berner Zeitung».

So soll das Mädchen praktisch täglich geschlagen worden sein – mit der offenen Hand, der Faust oder auch mal mit dem Gürtel. Alles mit dem Ziel, dass das Kind mehr essen solle, gleichzeitig zwang der Eritreer seine Tochter aber auch anstrengende Turnübungen zu machen.

Tod durch Infekt

Das alles war zu viel für den Körper des Mädchens: Das Kind erlag am 15. in einem Berner Spital seinen Leiden. Der Kindskörper war übersät mit Hämatomen, ein Infekt liess das Kind schliesslich sterben. Weil kein Kausalzusammenhang mit den Misshandlungen festgestellt werden konnte, stand kein Tötungsdelikt im Vordergrund.

Vor Gericht zeigt sich der Vater reuig: «Ich dachte damals, ich sei ein guter Vater», so der Mann vor den Richtern. «Heute weiss ich, dass es nicht stimmt», fügte er an. Dem Vater droht eine Freiheitsstrafe von 48 Monaten.

Gewalt gegen Mutter

Aber auch die Mutter muss sich vor Gericht verantworten. Dies, weil sie dem Vater laut Staatsanwaltschaft nicht an seinen Handlungen hinderte. Die 33-Jährige gibt vor Gericht an, ebenfalls Opfer von der Gewalt des Mannes geworden zu sein. Sie erhebt zudem schwere Vorwürfe gegen den Vater: Er soll das Kind auch gegen den Kopf getreten und ihm das Nasenbein mit einem Wallholz zertrümmert haben. Der Mann bestreitet diese Handlungen.

Das Urteil wird für Freitag erwartet.

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