23.07.2020 12:09

Ins Biotop eingedrungen

Tochter rettet Goldfische der Mutter vor Ringelnatter

Eine Ringelnatter verirrte sich am vergangenen Wochenende ins Biotop der Familie Lehmann aus Laupen BE. Die Tochter holte das Kriechtier kurzerhand aus dem Wasser – um die geliebten Goldfische vor ihm zu schützen.

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Ins Biotop der Lehmanns drang am letzten Wochenende eine Ringelnatter ein.

Ins Biotop der Lehmanns drang am letzten Wochenende eine Ringelnatter ein.

Vanessa Lehmann
Die Mutter befürchtete, die Schlange könnte sich an den darin lebenden Goldfischen gütlich tun.

Die Mutter befürchtete, die Schlange könnte sich an den darin lebenden Goldfischen gütlich tun.

Vanessa Lehmann
Deshalb streifte sich Tochter Vanessa ein paar Handschuhe über und holte die Natter aus dem Biotop.

Deshalb streifte sich Tochter Vanessa ein paar Handschuhe über und holte die Natter aus dem Biotop.

Vanessa Lehmann

Es war am vergangenen Sonntagmorgen, als Familie Lehmann aus Laupen BE bei ihrem Biotop im Garten eine Ringelnatter entdeckte, die gerade ein ausgiebiges Sonnenbad genoss. Kurz darauf verkroch sich das scheue Tier ins Wasser. An sich hätten ihm die Lehmanns die Abkühlung gegönnt – wären da bloss nicht die geliebten Goldfische, die den Tümpel bewohnen! «Meine Mutter hatte Angst, die Natter könnte die Fische fressen», sagt Tochter Vanessa (28).

Um der Mama keine schlaflosen Nächte zuzumuten, zog die junge Frau kurzerhand die Gartenhandschuhe über und schritt zum Biotop. «Als ich die Ringelnatter unter einem Stein am Rand sah, langte ich hinunter und packte sie am Kopf», erzählt Vanessa. Dabei habe sie ein übel riechendes Sekret aus ihrem Maul ausgeschieden. «Das war ziemlich eklig.»

Jutesack besser als PET-Flasche

Anschliessend legte Vanessa die ungiftige Schlange in eine PET-Flasche und fuhr damit an die Saane. Zunächst traute das etwa ein Meter lange Tier der Sache offenbar nicht: «Als ich sie aussetzen wollte, ringelte sie sich in der Flasche zusammen.» Erst als die Bernerin etwas Wasser einfüllte und das Behältnis auf den Boden legte, glitt das Kriechtier langsam zurück in die Freiheit.

Verena Wagner, Präsidentin Pro Natura Bern, begrüsst das Vorgehen von Vanessa Lehmann teilweise. Richtig sei, dass sie die Ringelnatter etwas weiter weg an ein öffentliches Gewässer gebracht habe, von wo sie nicht gleich ins nächste private Gewässer gelangen könne. Luft nach oben bestehe indes bei der Lagerung während des Transports. «Aufgrund der engen Platzverhältnisse in einer Flasche kann die Ringelnatter in Panik geraten», sagt Wagner. Ein Jutesack sei daher die bessere Wahl.

Die korrekteste Vorgehensweise wäre laut Wagner indes, den Wildhüter zu kontaktieren und ihn zu fragen, wie mit dem unerwünschten Eindringling zu verfahren sei. «Womöglich kommt er dann gleich selbst vorbei und nimmt das Tier mit.»

Harmlose Schlangen

Die Ringelnatter gehört zu den ungiftigen Schlangen in der Schweiz. Während die beiden heimischen Giftschlangen, die Aspisviper und die Kreuzotter, schlitzförmige Pupillen und einen eher kantigen Kopf besitzen, erkennt man Nattern relativ gut an den runden Pupillen und dem rundlichen Kopf. Ringelnattern sind exzellente Schwimmerinnen und halten sich gern in der Nähe von Gewässern aller Art auf. Frösche und Kröten stehen zuoberst auf ihrem Speiseplan. Aber auch Kleinsäugern, Fischen und Vögeln sowie Eidechsen und Wirbellosen sind sie nicht abgeneigt. Die Ringelnatter ist auf der schweizerischen Roten Liste der Reptilien als verletzlich eingestuft.

(sul)

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11 Kommentare
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Herr Bröutigäm

23.07.2020, 16:00

Habt ihr wirklich keine Andersen Sorgen?

CC

23.07.2020, 14:37

Ist ja unglaublich dass das in der Schweiz einen Zeitungs Artikel gibt ! Habt ihr wirklich keine andern Sorgen?

Paul

23.07.2020, 14:20

Gemäss Artenschutz wäre es besser gewesen, sie den Teich leerfressen zu lassen. Goldfische haben nichts zu suchen in freien Gewässern bei uns.