Koffein-Infarkt: Tod durch Energy-Drink? US-Behörde prüft 5 Fälle
Aktualisiert

Koffein-InfarktTod durch Energy-Drink? US-Behörde prüft 5 Fälle

Eine Mutter verklagt die Firma Monster, weil ihre 14-jährige Tochter nach dem Konsum des Getränks verstarb. Fünf Todesfälle im Zusammenhang mit dem Getränk werden derzeit untersucht.

von
rey

Letzten Dezember starb ein 14-jähriges Mädchen in Maryland an Herzversagen, nachdem sie zwei grosse Dosen des Energy-Drinks Monster getrunken hatte. Nun verklagt ihre Mutter die Herstellerfirma: Sie habe nicht genügend auf die Risiken ihres Getränks aufmerksam gemacht. Es kommt noch dicker: Nach der Einreichung der Klage wurde bekannt, dass die US-Lebensmittelbehörde FDA fünf Fälle untersucht, bei denen Menschen nach dem Genuss von Monster-Getränken gestorben sind.

Die Firma weist jede Verantwortung von sich: «Unser Produkt ist ungefährlich und hat nichts mit dem Tod des Teenagers zu tun», heisst es in einem Statement. Man werde sich vor Gericht mit allen Mitteln verteidigen. Über die fünf Fälle, welche die FDA untersucht, wisse man bei Monster nichts, liess eine Sprecherin verlauten. Die Firma ringt um ihr Image: Seit die FDA-Untersuchung bekannt wurde, brach ihre Aktie zeitweise um 18 Prozent ein.

«Todesfallen für Teenager»

Bei der US-Lebensmittelbehörde gingen in den letzten drei Jahren fünf Berichte über Todesfälle ein, die mit Monster-Getränken zu tun haben könnten. Auch mit anderen gesundheitlichen Problemen wurde der Energy-Drink in Verbindung gebracht, berichtet die «New York Times»: Bauchschmerzen, Erbrechen, Zittern, ungewöhnliche Herzfrequenz und ein nicht-tödlicher Herzinfarkt. Einen Kausalzusammenhang zwischen den Todesfällen und dem Konsum des Getränks habe man aber nicht festgestellt, so eine Sprecherin der Behörde.

Die 14-jährige Anais Fournier trank im Dezember 2011 zwei 0,7-Liter-Dosen Monster innerhalb von 24 Stunden. Darauf erlitt sie eine «Herzrhythmusstörung aufgrund einer Koffein-Toxizität», was dazu führte, dass ihr Herz nicht mehr richtig Blut pumpte. Anais starb im Spital. Eine Autopsie ergab später, dass sie am Ehlers-Danlos-Syndrom litt, einer Erbkrankheit, die unter anderem die Blutgefässe schwächt.

In der Schweiz weiterhin erhältlich

In der Schweiz ist der Verkauf des Getränks durch die Ereignisse in den USA nicht betroffen. Monster ist in der Schweiz bisher ohne Einschränkungen weiter erhältlich, unter anderem bei Coop, wie die «Handelszeitung» bereits am Dienstag in ihrer Onlineausgabe berichtete.

Der Detailhändler verweist auf den Lieferanten. «Es handelt sich beim Monster Energy-Drink um einen Markenartikel, der in der Schweiz von Coca Cola importiert wird», so Sprecherin Sabine Vulic. Das in der Schweiz erhältliche Monster entspreche vollkommen dem Schweizerischen Lebensmittelgesetz. Die Einführung sei in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Gesundheit BAG erfolgt.

Monster ist in der Schweiz zudem weniger koffeinhaltig, wie das BAG auf Anfrage der SDA mitteilte. Es beinhaltet 32 Milligramm Koffein pro 100 Milliliter, also 80 Milligramm pro Viertelliter- Dose. Dies entspreche etwa einer Tasse Kaffee. In den USA wird das Getränk in doppelter Stärke verkauft. Generell werden bei Erwachsenen bis zu einer Aufnahme von 400 Milligramm pro Person und Tag keine negativen Effekte erwartet.

Anais' Mutter will die Herstellerfirma vor Gericht zur Verantwortung ziehen. Und sie kämpft dafür, dass der Koffeingehalt in Getränken gesetzlich beschränkt wird. Gegenüber «Record Herald» sagt sie: «Ich war schockiert, als ich hörte, dass die Lebensmittelbehörde Koffein in einem Süssgetränk regulieren kann, nicht aber bei Energy-Drinks. Diese Getränke sind Todesfallen für Teenager wie meine Tochter.» (rey/sda)

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