Aktualisiert 18.02.2020 15:30

Chur

Tod von Schüler ändert nichts an Tradition

Die Tradition der Churer Maiensässfahrt wird auch nach dem Unfalltod eines Schülers im letzten Jahr fortgesetzt. Am Dienstag wurde eine Risikoanalyse vorgelegt.

von
taw
1 / 19
In Chur ist im Mai 2019 der 14-jährige David tödlich verunglückt.

In Chur ist im Mai 2019 der 14-jährige David tödlich verunglückt.

Kantonspolizei Graubünden
Das Unglück ereignete sich an der traditionellen Maiensässfahrt der Stadtschule Chur.

Das Unglück ereignete sich an der traditionellen Maiensässfahrt der Stadtschule Chur.

Keystone/Gian Ehrenzeller
Der 14-Jährige war mit seiner Klasse unterwegs vom Churer Hausberg über Juchs nach Chur.

Der 14-Jährige war mit seiner Klasse unterwegs vom Churer Hausberg über Juchs nach Chur.

Keystone/Gian Ehrenzeller

Der Unfalltod des 14-jährigen David auf der letztjährigen Maiensässfahrt war der Anlass für die Churer Stadtregierung, den traditionellen Ausflug mit 2300 Schülern einer externen Sicherheitsanalyse zu unterziehen. Der Schüler stürzte oberhalb der Stadt auf dem Weg talwärts 200 Meter über steiles und felsiges Gelände. Einige Schüler wurden Zeugen des Sturzes.

An der Absturzstelle wurde damals ein Kreuz hingelegt. (Video: jeb)

Der am Dienstag in Chur vorgestellte Bericht kommt zum Schluss, dass das Sicherheitsniveau der Maiensässfahrt bereits auf einem guten Stand ist und sogar höher eingestuft wird als bei vergleichbaren Schul- oder Bergwanderungen.

Für zukünftige Maiensässfahrten sollen allerdings die von der beigezogenen Firma empfohlenen Massnahmen zur Optimierung der Sicherheit umgesetzt werden. Dazu zählt in erster Linie eine klare Regelung der Zuständigkeiten, Aufgaben, Rollen und Verantwortlichkeiten zwischen der Schuldirektion, der Maiensässkommission, Schulleitungen und Lehrerschaft.

Gemeinsame Sicherheitskultur als Ziel

Es gebe keine neue Regelungen. Bestehende Regeln müssten aber konsequenter durchgesetzt werden, sagte Stadtrat Patrik Degiacomi (SP). Das Ziel sei eine gemeinsame Sicherheitskultur. Eine hundertprozentige Sicherheit werde es trotz aller Massnahmen nie geben, ein Restrisiko bleibe vorhanden, wurde an der Medienorientierung mehrfach betont. Risiken müssten aber minimiert werden.

Im Mai letzten Jahres war es in der Tradition der Churer Maiensässfahrten, die auf das Jahr 1854 zurückgeht, erstmals zu einem tödlichen Unfall eines Schülers gekommen. Laut dem Stadtrat können aus den von externer Seite empfohlenen Sicherheitsmassnahmen keine Rückschlüsse auf mögliche Ursachen des Unglücks gezogen werden.

Das tragische Ereignis wird von der Bündner Staatsanwaltschaft untersucht. Stadtpräsident Urs Marti (FDP) sagte, diese Untersuchungen seien noch nicht abgeschlossen. (taw/sda)

Fehler gefunden?Jetzt melden.